Brutaler Prostituiertenmord schreckt Brüssel auf

In der Nähe des Brüsseler Nordbahnhofs ist bereits am Dienstagfrüh eine 23 Jahre alte Prostituierte aus Nigeria erstochen worden. Der Täter, der gleich mehrmals auf die junge Frau eingestochen hatte, ist unbekannt. Nach ihm wird gefahndet. Nach dem mutmaßlichen Mord beschlossen die anderen Prostituierten im Bahnhofsumfeld, am Dienstag nicht zu arbeiten.

Das Brüsseler Rotlichtviertel im Umfeld des Nordbahnhofs besteht eigentlich aus zwei Bereichen. Direkt hinter dem Bahnhof befindet sich die Aarschotstraat, die sich, wie der Bahnhof selbst auch, faktisch im Stadtteil Schaarbeek befindet. Doch einige Straßen weiter in Richtung Anhöhe zum Botanischen Garten sind ebenfalls Prostituierte beschäftigt.

Sie allerdings gehen ihren Gewerbe im Stadtteil Sint-Joost-ten-Noode nach. Und dort geschah am frühen Dienstagmorgen noch vor 5 Uhr der Mord an der nigerianischen Prostituierten. Passanten fanden die Leiche der Frau auf einem Bürgersteig und zwar mit Messerstichen übersäht.

Nach Bekanntwerden der Tat schlug die Organisation UTSOPI, die die Rechte von Prostituierten vertritt, Alarm. Sowohl aus Solidarität, als auch aus Sicherheitsgründen, rief UTSOPI alle Brüsseler Prostituierten dazu auf, wenn möglich am Dienstag nicht mehr zu arbeiten, was allerdings heikel für einige der Frauen ist, denn bei weitem gehen nicht alle hier ihrem Gewerbe freiwillig nach…

Nicht der erste Vorfall

Schon im vergangenen Februar war es zu einem Angriff auf eine afrikanische Prostituierte in den Rotlichtstraßen von Sint-Joost-ten-Noode gekommen, doch seinerzeit konnte die Frau fliehen, allerdings schwer verletzt. Auch hier wurde der Täter niemals gefasst. Damals wie auch jetzt wieder beklagten sich die Prostituierten im Nordviertel darüber, dass die Polizei immer so spät eingreife, wenn von dort aus Not- oder Hilferufe kommen. Tatsächlich befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rotlichtviertels von Sint-Joost-ten-Noode eine Hauptwache der lokalen Polizei. Diese gab an, nur wenige Minuten nach dem Notruf am Tatort gewesen zu sein. Die Ermittlungen und die Spurensuche dauerten am Mittwoch noch an.