Hoher Besuch aus Belgien bei Europol-Chefin De Bolle

Seit knapp einen Monat leitet die frühere Chefin der belgischen Bundespolizei Cathérine De Bolle (l.) die internationale Ermittlungsbehörde Europol. Es wurde also Zeit, dass ihr Vertreter der hiesigen Bundesregierung einen Antrittsbesuch abstatten. Am Mittwoch fanden sich Premierminister Charles Michel (MR - Mitte) und Innenminister Jan Jambon (N-VA - rechts) am Europol-Hauptquartier in Den Haag ein, um De Bolle an ihrem neuen Arbeitsplatz zu begrüßen.

Premier Michel und Innenminister Jambon wurden zunächst von Europol-Chefin De Bolle durch die Räume der Kommando- und der Kontrollzentrale der Behörde geführt. Dort wurde ihnen auch die Arbeit dort gezeigt, wo alle Informationen zu den Anschlägen von Paris im November 2015 und von Brüssel im März 2016 zusammenflossen. Hier wurden noch rund anderthalb Jahre nach diesen Anschlägen Treffen und Versammlungen in diesem Zusammenhang abgehalten, erfuhren die Besucher aus Belgien.

Im Anschluss besuchten die auch einen Saal, der rund um die Uhr besetzt ist. Hier, so Europol-Chefin De Bolle, befinde sich die Lunge ihrer Behörde: „Dies ist die Lunge von Europol, denn dieser Dienst atmet alle Informationen aus ganz Europa ein und in Form von analysierter Information konzentriert für alle europäischen Polizeibehörden wieder aus.“ Täglich laufen hier rund 400 Berichte oder auch Ermittlungsfragen aus ganz Europa ein.

Im Laufe der Gespräche zwischen den hochrangigen belgischen Regierungsvertretern und der Europol-Leitung wurde auch besprochen, wie man die schon jetzt gut verlaufende Zusammenarbeit noch verbessern könnte, vor allem in den Bereichen organisierte Kriminalität, Menschenschmuggel und Menschenhandel sowie in Sachen Terrorismus.

Premierminister Michel kündigte im Rahmen dieses Besuchs an, er werde auf EU-Ebene dafür plädieren, Europol mehr Mittel zur Verfügung zu stellen: „Belgien ist immer schon Befürworter einer engeren Zusammenarbeit zwischen den einzelnen EU-Mitgliedsländern gewesen. Der Austausch von Informationen ist im Kampf für unsere Sicherheit unabdingbar.“

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fotografie peter Hilz (C)

Marc De Mesmaeker wird Belgiens neuer Polizeichef

Die belgische Bundespolizei hat inzwischen auch einen Nachfolger für Cathérine De Bolle auf dem Posten des Polizeichefs bestimmt. Die belgische Bundesregierung benannte aus sieben Kandidaturen Marc De Mesmaeker (Foto unten), den bisherigen Verbindungsoffizier zwischen Regierung und Ermittlungsdiensten, zum neuen Generalkommissar der Bundespolizei, wie Premierminister Charles Michel (MR), Innenminister Jan Jambon (N-VA) und Justizminister Koen Geens (CD&V) am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgaben.

De Mesmaecker ist Jurist, war Dozent an der Polizeischule und früher, zu alten Polizei- und Gendarmerie-Zeiten, Leiter der Gendarmerie-Direktion von Wilrijk in Antwerpen. De Mesmaeker hat sich unter anderem bei der umfassenden Polizeireform verdienstlich gemacht, die nach der Affäre um den Kinderschänder Marc Dutroux und den darauf folgenden Ermittlungspannen erforderlich wurde. Der neue Polizeichef tritt seinen Dienst am 15. Juni an.