Festnahme in Zusammenhang mit der Lütticher Schießerei

Am Mittwoch nahm eine Sondereinheit der Polizei in der Umgebung von Verviers eine Person fest, die im Zusammenhang mit dem Anschlag in Lüttich vor einer Woche gesucht wurde. Die Polizei konnte dabei auf die Hilfe eines Journalisten der flämischen Tageszeitung De Morgen zählen, der den Gesuchten in Lüttich gesprochen hatte. Dabei kam Bedrohliches ans Tageslicht, so dass der Journalist sofort zur Polizei ging.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um Fouad B., der seit dem 22. Mai unter Auflagen nach einer Haftstrafe entlassen worden war. Er stand bei der Polizei auf der Fahndungsliste, weil er von Anfang an gegen seine Haftauflagen verstoßen hatte. In Kreisen der belgischen Terrorermittler war B. als IS-Sympathisant gelistet. Er soll Benjamin Herman, den Todesschützen von Lüttich, während gemeinsamer Haftzeiten zum Islam bekehrt haben, um ihn gleichzeitig zu radikalisieren.

Die Redaktion von De Morgen hatte Fouad B. ausfindig gemacht und sich mit ihm am Bahnhof Lüttich-Guillemins zu einem Interview getroffen. Dabei sprach dieser von nahenden Attentaten in Belgien und der Journalist Bruno Struys von De Morgen brach das Gespräch ab und ging sofort zur Polizei, um diese auf eventuell bestehende Attentate aufmerksam zu machen. Unter dessen war B. verschwunden und auch die Polizei verlor ihn aus den Augen.

Die Polizei und die Redaktion von De Morgen vereinbarten dann, das Gespräch mit Fouad B. erst einmal nicht zu veröffentlichen, um die Fahndung nicht zu gefährden. Am Mittwochnachmittag dann gelang es einer Sondereinheit der belgischen Bundespolizei B. in Ensival, einer Ortschaft bei Verviers in der Provinz Lüttich festzunehmen. Fouad B. gehört zu einer Liste von insgesamt 25 Verdächtigen aus Verviers, die beim staatliche belgische Koordinationszentrum für Bedrohungsanalyse (OCAD) unter ständiger Beobachtung stehen.