Sabine Joosten

Brüssel: Grün startet mit Kampagne zur gesunden Stadt

Die französischsprachigen und flämischen Grünen von Ecolo und Groen haben an diesem Freitag ihre Kampagne zur gesunden und sicheren Stadt Brüssel gestartet. 

Ziel der gemeinsamen Brüsseler Liste von Ecolo und Groen ist es, bei den nächsten Kommunalwahlen kommenden Oktober zur größten Partei der Stadt Brüssel zu werden und von dieser Position aus die Politik zu reformieren. Spitzenkandidat Benoit Hellings, die Nummer 2, Zoubida Jellab und die Nummer 3, Bart Dhondt, starteten an diesem Freitag mit der Kampagne “für eine gesunde und sichere Stadt Brüssel". Der Brüsseler Parlamentarier Bruno De Lille soll den Grünen als so genannter “Lijstduwer” möglichst viele Stimmen einbringen.

"Wir spüren, dass sich viele Brüsseler nach Veränderung sehnen. Wir stellen fest, dass sie genug von den Skandalen haben, sich eine sichere Stadt wünschen und dass sie saubere Luft wollen", so Bart Dhondt.

Die Grünen wollen den Wähler mit einem ehrgeizigen Verkehrsplan überzeugen: Die Hälfte des Verkehrs in der Brüsseler Innenstadt soll zu Fuß oder mit dem Rad erfolgen. Das Auto soll nur noch auf Straßen erlaubt werden, auf denen sich auch Fußgänger und Radfahrer sicher fortbewegen können. Ecolo und Groen treten mit einer gemeinsamen Liste in den 19 Brüsseler Gemeinden an.

Ecolo-Groen will ein Budget in Höhe von 9 Millionen Euro für Investitionen in die Radinfrastruktur und in die Verkehrssicherheit zur Verfügung stellen. Außerdem soll die Lebensqualität für junge und alte Menschen in der Brüsseler Innenstadt verbessert werden.

"MR (französischsprachige Liberale, Red.!) und PS (französischsprachigen Sozialdemokraten, Red.!) sind die beiden größten Parteien, aber aus mehreren Umfragen geht hervor, dass nur wir dies ändern können", so der Spitzenkandidat und Parlamentarier Benoit Hellings (Foto unten). Ihn haben die französischsprachigen Grünen von Ecolo ins Rampenlicht für eine Kandidatur als Bürgermeister gesetzt. Er sagte, dass er nach dem Skandal der überhöhten Vergütungen bei der Obdachlosenorganisation Samusocial eine saubere Politik in Brüssel machen wolle und wies dabei mit einem anschuldigenden Finger auf die französischsprachigen Sozialdemokraten PS.

“Das Image von Brüssel ist wegen ihnen so schlecht. Wir sind die einzige Partei, die die Stadt verändern kann. Erstens haben wir in Sachen ‘good governance’ eine langjährige Erfahrung und zweitens kennen wir uns im Bereich Luftqualität und Umwelt aus”, so Hellings in der VRT.

 "Die Art zu regieren, muss sich ändern. Ihre Taktik in Sachen Großprojekte ist nicht aufgegangen. Welche Ergebnisse können sie vorlegen? Wir werden nicht alles von oben herab bestimmen. Viele Menschen wollen an einer lebenswerten Stadt mitwirken und dieses Potenzial wollen wir nutzen.”