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In Flandern steigt der Wasserbrauch wieder an

Nach Jahren der Stabilität meldet die Watergroep, die größte Wasserversorgungsgesellschaft im belgischen Bundesland Flandern, zum ersten Mal wieder einen Anstieg des Wasserverbrauchs. In den vergangenen Jahren blieb der Wasserverbrauch nahezu konstant. Doch jetzt zeigt stellt wieder ein Anstieg ein. Die Wasserversorger sind alarmiert.

Im vergangenen Jahr produzierte die Watergroep in Flandern in ihren Kläranlagen etwa 130,3 Millionen Kubikmeter Wasser. Das waren 2,5 % mehr als im Jahr davor. Grund dafür war wohl die rund ein Jahr lang andauernde Trockenheit. Währenddessen gab es Tage, in denen der Trinkwasserverbrauch um 30 bis 40 % anstieg. Flandern ist eine dichtbevölkerte Region, die nur über recht wenige natürliche Wasserläufe oder Seen verfügt, aus denen Trinkwasser gewonnen werden kann.

In Trockenperioden, wie im vergangenen Jahr, fällt es den Wasserversorgungsgesellschaften hierzulande immer schwerer, die Trinkwasserversorgung aufrecht zu erhalten - trotz aller Aufrufe zum Wasser sparen. Hans Goosens, der CEO der Watergroep, sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Es wird härter. Was wir früher während eines Monats verbrauchten, wurde an besonders trockenen Tagen in nur einer Stunde verbraucht.“

Die Bürger Flanderns verbrauchen pro Kopf und pro Tag rund 85 Liter Wasser, was im Vergleich zu anderen EU-Ländern und -Regionen ein recht guter Wert ist, doch es müsse deutlich mehr Regenwasser aufgefangen und aufbereitet werden, so Goosens.

Lektion gelernt?

Der Watergroep-CEO sagt auch, dass man in Flandern noch mehr Abwasser aufbereiten könne und sollte: „Wir können eigentlich mehr Abwasser säubern und wieder nutzen. In der Landwirtschaft hat man weniger sauberes Trinkwasser nötig. Für Trinkwasser allerdings ist eine sehr starke Klärung vonnöten. Das bedeutet, dass man Wasser gleich mehrmals wiederverwenden kann.“

Die Watergroep und die anderen flämischen Versorgungsgesellschaften werden jetzt versuchen, neue und innovative Techniken und Systeme zu finden, mit denen Wasser mehrmals in den Kreislauf fließen kann. Offenbar hat man hier schnell seine Lektionen aus der aktuellen Entwicklung gezogen.