Ministerin will mehrere Aspekte des Gesundheitswesens wieder föderal organisieren

Die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block will, dass bestimmte  Aspekte des Gesundheitswesens wieder auf föderalem Niveau behandelt werden. 

Die Bereiche, von denen De Block spricht, sind aktuell regional organisiert. Dadurch würden gewisse Gebiete zersplittert. Als Beispiel nennt De Block den Bereich der Prävention. Bei den kommenden Verhandlungen über die Befugnisverteilung müsse über Bereiche verhandelt werden, die auf die föderale Ebene zurückübertragen werden könnten, betonte Maggie De Block im VRT-Radio an diesem Samstag.

"Die Gesundheitssorge befindet sich derzeit in Belgien in den Händen von 8 Gesundheitsministern. Die Befugnisse sind sehr zersplittert. Ich plädiere dafür, bei den nächsten Verhandlungen kohärente Pakete zusammenzustellen, so dass wir intensiver und schneller arbeiten und damit die Volksgesundheit verbessern können", so De Block auch noch.

Regionalisten argumentieren mit Kulturunterschieden

Die flämischen Regionalisten von der N-VA sind mit De Blocks Vorschlag  übehaupt nicht einverstanden. Die Teilstaaten sollten viel eher noch mehr Befugnisse des Gesundheitswesens übertragen bekommen, unterstrich die N-VA-Politikerin Yoleen van Camp: "Die Lösung ist doch gerade, alle Befugnisse des Sozialwesens und der Volksgesundheit auf die Teilstaaten zu verteilen."

"Es herrschen große Kulturunterschiede. Schauen Sie sich doch nur einmal den Antibiotika-Verbrauch an. Der liegt in Wallonien um einiges höher als in Flandern. Wir sehen diese Unterschiede in fast allen Statistiken der Volksgesundheit. Das liegt daran, dass die Politik und die Kultur in Wallonien ganz anders sind als in Flandern. Es wäre also dumm, diesen Bereich der föderalen Ebene zu übertragen."