König Albert muss sich vorläufig keinem DNA-Test unterziehen

Der Forderung von Delphine Boël (Foto unten), der vermeintlich unehelichen Tochter von Ex-König Albert II. (Foto), dieser solle einen DNA-Test vorweisen, um belegen zu können, ob sie dessen Tochter ist oder nicht, kann die belgische Justiz derzeit noch nicht nachkommen, wie ein Zwischenurteil des Brüsseler Berufungsgerichts sagt.

Delphine Boël will seit langem auch juristisch beweisen, dass nicht Jacques Boël ihr leiblicher Vater ist, sondern König Albert II. Im vergangenen Jahr urteilte ein Brüsseler Gericht noch, dass Jacques Boël der gesetzliche Vater der Klägerin sei, auch wenn DNA-Proben ergaben, dass er nicht Delphines Erzeuger bzw. biologischer Vater ist.

Gegen dieses Urteil haben die Anwälte von Delphine Boël seinerzeit Berufung eingelegt. Doch angesichts der Tatsache, dass ein solches Verfahren Monate bis Jahre dauern kann, wollen sie erreichen, dass bei beiden Personen, sowohl bei König Albert II., als auch bei Jacques Boël, DNA-Tests durchgeführt werden.

Dies hat seinen Grund, wie Alain De Jonge, einer der Anwälte der Klägerin damals angab: „Angesichts des hohen Alters der beiden Herren wollen wir dies jetzt tun.“ Nur zur Erinnerung: Bei diesem Vorgang handelt es sich um einen vorläufigen Schritt in Erwartung des eigentlichen Berufungsverfahrens.

König Albert II. wird diesen Monat 84 Jahre alt und der Geschäftsmann Jacques Boël ist bereits 89 Jahre alt. Boël ist sehr diskret, was sein Privatleben anbelangt. Zum Versuch Delphine Boëls, herauszufinden, wer ihr leiblicher Vater ist, bzw. Anerkennung von Seiten König Alberts zu erhalten, von dem sie vermutet, dass dieser ihr echter Vater ist, hat sich der hoch betagte Geschäftsmann bisher nie öffentlich geäußert.

Gesetzlicher Vater

Ein weiterer Punkt, der das Verfahren hinauszögern wird ist der, dass nun juristisch anerkannt werden muss, dass Jacques Boël nicht Delphine Boëls leiblicher Vater ist. Erst dann ist möglich, nach einem entsprechenden DNA-Test, eventuell Ex-König Albert als biologischen Vater der Künstlerin anzuerkennen. Weil sich aber Boël so lange als „Vater“ von Delphine bemüht habe, so das Zwischenurteil aus Brüssel, mache ihn das nach staatlicher Lesart zu ihren gesetzlichen Vater.

Hintergrund

Delphine Boël kämpft bereits seit 2013 um die Anerkennung als Tochter König Alberts II. Sie gab als Begründung an, ihre Mutter, Baronin Sybille de Sélys-Longchamps, und der damalige Prinz Albert (der Bruder von König Baudouin und Vater des heutigen belgischen Monarchen, König Philippe) hätten vor Jahrzehnten eine Affäre gehabt.

Ex-König Albert II. hatte stets bestritten, der leibliche Vater von Delphine Boël zu sein. Er räumte jedoch vor Jahren zurückhaltend im Rahmen einer Weihnachtsansprache an die Belgier ein, dass seine Ehe mit seiner Gemahlin, Ex-Königin Paola, nicht von Krisen verschont gewesen sei. König Albert II. nahm vor einigen Jahren zu Gunsten seines Sohnes, dem heutigen König Philippe, Abstand von belgischen Thron.