Schockierende Bilder als Warnung vor den Gefahren der Gleise

Der Schienenbetreiber Infrabel hat eine neue Kampagne ins Leben gerufen, um Menschen vor den Gefahren der Gleise zu warnen. Die Kampagne richtet sich auch an so genannte „Schienenläufer“. Das sind Leute, die auf Gleisen oder entlang der Gleise laufen, obwohl das verboten ist. Letztes Jahr gingen mehr als 800 Meldungen solcher Zwischenfälle ein. Das ist ein Rekord.

Sechzehn Menschen kamen 2017 ums Leben, weil sie entlang der Schienen gelaufen sind oder die Vorschriften beim Überqueren von Bahnübergängen nicht beachtet haben. Diese Zahl will Infrabel drosseln. Dabeit setzt Infrabel auch viel Hoffnung in ein neues Gesetz.

Frédéric Petit von Infrabel betonte in der VRT hierzu: „Im Parlament ist über ein neues Gesetz abgestimmt worden, damit das Bahnpersonal Bußgelder gegen Personen ausstellen kann, die die Sicherheitsvorschriften nicht einhalten. Im Herbst wird dieses Gesetz in Kraft treten, dann können unsere Leute gegen Gleisenläufer vorgehen.“

Damit sich die Leute aber schon jetzt den Gefahren ihres Verhaltens bewusst werden, starten Infrabel und Vias Institute an diesem Dienstag  eine Kampagne mit schockierenden Bildern.    

In einem Videoclip ist u.a. zu sehen, wie ein Zug mit einem Auto zusammenstößt. In dem Auto sind ein Vater und seine Kinder. Der Vater hat es eilig und missachtet das rote Licht einer Schranke. Das Auto bleibt auf dem Bahnübergang stehen. Auch die Folgen des Aufpralls werden gezeigt. Es handelt sich um schockierende, aber wie Infrabel erklärt, realistische Bilder.

Crashtest

Der Unfall ist tatsächlich passiert, aber zum Glück war es eine Simulation mit Puppen in dem Auto. Es handelte sich um einen Crashtest. Die Idee stammt von dem Schienenbetreiber Infrabel und dem Vias Institute für Verkehrssicherheit, denn solche Bilder bekommen manche Bahnmitarbeiter leider auch in der Realität zu sehen.

Frédéric Petit von Infrabel erklärte in der VRT: “Der Crashtest ist eine Weltpremiere. Wir wollten auf wissenschaftliche Weise den Umfang des Schadens erforschen, den ein Zug hat, der mit 75 Stundenkilometern gegen ein stehendes Fahrzeug fährt. Hierfür haben wir Drohnen, Überwachungskameras und Sensoren eingesetzt. Wie aus den Bildern hervorgeht, waren die Folgen für die Insassen fatal.“

Lesen Sie bitte unter dem Video weiter!

Laden Video-Player ...

Über Sensoren haben die Wissenschaftler festgestellt, dass vor allem während der ersten Sekunde des Aufpralls der Wagen einen gigantischen Schaden nimmt. Das Auto wird dann sehr schnell in alle Richtungen geschleudert und die Kraft, die der Insasse zu spüren bekommt, ist viele Male größer als das eigene Körpergewicht. So bekommt jemand, der 70 Kilo wiegt, umgerechnet eine Wucht von 4.200 Kilogramm zu spüren. Das ist ein Stärke, die niemand überlebt.