Brussels Airport: Dienst nach Vorschrift, Umsatzzahlen, teurere Flüge

An diesem Dienstag müssen Reisende bei Ankunft in Zaventem mit langen Wartezeiten für die Zollformalitäten am Brussels Airport rechnen. Die Zollbeamten kontrollieren alle ankommenden Gepäckstücke. Derweil wurde deutlich, dass der Pilotenstreik bei Brussels Airlines beim Flughafen kaum für Umsatzprobleme gesorgt hat. Von Brüssel aus operierende Charterfluggesellschaften schlagen im kommenden Sommer Treibstoffzuschläge auf die Flugscheine auf.

Die Beschäftigten der Zollbehörden am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem protestieren mit ihrem Dienst nach Vorschrift gegen angekündigte Reformen in ihrem Bereich. So soll deren Beamtenstatut Schritt für Schritt wegfallen. Daneben kritisieren die Zollbeamten mit ihren Aktionen auch den akuten Personalmangel am Brussels Airport.

Angesichts der Tatsache, dass derzeit viele Mitarbeiter in Rente gehen, würde nur wenig neues Personal angeworben, hieß es dazu bei den Gewerkschaften. Da der Zoll in Zaventem rund um die Uhr arbeitet, muss eine bestimmte Mindestzahl an Beamten vor Ort sein. Dies sei auf Dauer nicht mehr gewährt, wenn wegfallendes Personal nicht ersetzt werde. „Wenn der Zoll unzureichend kontrolliert, gefährdet das die Sicherheit.“, so Gewerkschaftsvertreter Marc Nijs.

Nijs, von der christlichen Gewerkschaft ACV, betonte in der VRT hierzu: „Wir werden alle Personen, die am Flughafen ankommen auffordern, ihre Koffer aufzumachen. Das wird Warteschlangen zur Folge haben. Wenn wir auch nur zwei Flugzeuge aufhalten, werden sich jede Menge Menschen ansammeln, die warten müssen. Es wird also eine Weile dauern, bis die Menschen aus dem Flughafen kommen.“

Weiter fügte er hinzu: “Derzeit gehen viele Mitarbeiter in Rente. Für sie wird kaum ein Ersatz geschaffen. Oft wird nur eine Person auf fünf Mitarbeiter ersetzt.“  Es werde langsam schwierig, den Dienst auszuführen wenn systematisch Menschen wegfielen.

Der Dienst nach Vorschrift hat gegen acht Uhr morgens begonnen und es ist noch nicht deutlich, wie lange er dauern wird.

Passagierrekord trotz Streik

Brussels Airport konnte auch im Mai wieder einen Passagierrekord registrieren. Damit bestätigt der Nationalflughafen in Zaventem einen Trend, der bereits seit Jahresanfang anhält. Im Mai fertigte der Airport rund 2,26 Mio. Fluggäste ab, 2,8 % mehr als im gleichen Vorjahresmonat.

Der Zuwachs hätte noch größer ausfallen können, wären da nicht die beiden Streiktage der Piloten bei Brussels Airlines gewesen. Dadurch mussten insgesamt 557 Flüge gestrichen werden. Hinzu kamen auch technische Probleme bei Maschinen von CityJet, wodurch weitere Flüge annulliert werden mussten.

Bei den Transitfluggästen wurde ein Rückgang um 7,7 % gegenüber Mai 2017 festgestellt, während es bei Ferienfliegern (+10 %), Fernflügen auch durch neue Linienangebote (+20 %) und im Frachtverkehr (+15 %) Zuwächse gab.  

Ferienflüge werden teurer

Einige von Belgien aus operierende Charterfluggesellschaften kündigen an, dass sie im kommenden Sommer Treibstoff-Zuschläge einfordern müssen. Aufgrund von steigenden Preisen an den internationalen Rohölmärkten werden auch Kerosin und Flugbenzin teurer, was sich auf die Flugpreise auswirkt. So kündigen Thomas Cook und TUI in Belgien an, Zuschläge von, je nach Distanz, 24, 32 oder gar 40 € pro Ticket bzw. pro Person verlangen zu müssen.