(c) Anjo de Haan

Sie müssen nur für die Zeit Gebühren zahlen, in der Sie tatsächlich Kunde beim Stromlieferanten waren!

Energieversorger dürfen ihren Kunden keine Fixkosten für den Zeitraum eines ganzen Jahres anrechnen, wenn die Personen nur wenige Monate Kunde bei dem Energieversorger gewesen sind. Das hat die föderale Energie-Regulierungsbehörde CREG in ihrer jüngsten Empfehlung zu Fakturierungsmethoden mitgeteilt. 

Die Creg untersuchte die Rechnungen der 20 größten Energielieferanten. Daraus geht hervor, dass einige der Unternehmen den Kunden eine Art Abonnementgebühr für das ganze Jahr anrechnen, selbst wenn der Kunde den Lieferanten im Laufe des Jahres gewechselt hat.

2012 wurden dergleichen Praktiken verboten, aber jetzt hätten einige Unternehmen diese wieder eingeführt.

Annemarie De Vreese von der Behörde CREG betonte in der VRT hierzu: „Wir sind der Meinung, dass Energieversorger, die Gebühren für das Abonnement nur für den Zeitraum anrechnen dürfen, in dem jemand Kunde bei ihnen gewesen ist.“ Wenn der Kunde zum Beispiel nur zwei Monate bei dem Lieferanten geblieben ist, könne man nicht die Kosten eines ganzen Jahres anrechnen. Will jemand den Energieversorger wechseln, könnte das ein Hindernis darstellen, wenn der Kunde bereits für das ganze Jahr bezahlt hat. Das Geld würde ihm ja dann verloren gehen, so De Vreese.

Die Fixkosten für Gas und Strom zusammen liegen im Durchschnitt bei rund 100 Euro im Jahr.

Flämische VREG will ebenfalls Fakturation für Grundgebühren überprüfen

Auch der föderale Ombudsmann für Energie hatte bereits vor Schaffung von neuen Hürden beim Wechsel des Energieanbieters gewarnt.

Die Vreg, die flämische Energieregulierungsbehörde, hatte letzte Woche bereits angekündigt, künftig auch Informationen zur Fakturation der jährlichen Gebühren von Energielieferanten untersuchen zu wollen.

Jetzt hat also auch die föderale CREG ihre Empfehlung abgegeben. Die Regulierungsbehörde schlägt eine Methode vor, bei der entweder ein Pro-rata-Satz für die Berechnung der Gebühren über den gesamten Zeitraum des Vertrages angerechnet wird, das heißt für die Tage, die eine Person tatsächlich Kunde ist oder bei der für das erste Vertragsjahr eine Pauschalgebühr erhoben wird und ab dem zweiten Vertragsjahr ein Pro-rata-Satz. Auf diese Weise könne der Lieferant die Verwaltungskosten, die bei einem neuen Kunden anfallen, abdecken, so die CREG.