Nach erneuter Geldautomat-Sprengung fordert Bankenverband Maßnahmen

In einer Filiale der ING-Bank in Seneffe in der Provinz Hennegau ist Donnerstagnacht erneut ein  Geldautomat gesprengt worden. Es ist die fünfte Automatensprengung innerhalb von wenigen Wochen.  Febelfin, der Dachverband der belgischen Finanzbranche, schlägt Alarm: Am Freitagnachmittag findet bei Innenminister Jan Jambon eine Dringlichkeitssitzung mit Vertretern der Banken statt. Bei dem Treffen soll beraten werden, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Die ersten vier Überfälle fanden in Flandern statt, jetzt gab es erstmals auch eine Geldautomaten-Sprengung in der Wallonie. Erst zu Beginn der Woche hatten Täter einen Geldautomaten in einer Filiale der belgischen Post Bpost in Boechout bei Antwerpen in die Luft gejagt. Zuvor waren schon Geldautomaten in Kinrooi, Buggenhout und Tielt-Wingene gesprengt und ausgeräumt worden. Die Täter setzte hierzu Gas ein.

Dringlichkeitssitzung mit Innenminister Jambon

Febelfin hat am Freitagmorgen angekündigt, dass sich der Dachverband der belgischen Finanzinstitute, heute Nachmittag mit Belgien Innenminister Jan Jambon treffen wird. "Es ist eine absolute Priorität für die Bankenbranchen, diese Geldautomaten-Sprengungen zu stoppen", erklärte Isabelle Marchand von Febelfin der VRT-Nachrichtenredaktion.

Am Vormittag beriet sich der Verband bereits intern mit den Sicherheitsdiensten der Banken, um zu prüfen, welche zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden können. "Heute Nachmittag ist eine Konsultation mit dem Innenminister geplant, um abzuklären, welche zusätzlichen Maßnahmen wir kurz- und langfristig ergreifen können.

Minister Jambon betont die Bedeutung des Treffens. "Es ist wirklich eine Plage", sagt er zu Beginn der Kabinettssitzung der belgischen Regierung am Freitagmorgen. "Wir müssen prüfen, welche Maßnahmen wir ergreifen können, um dem entgegenzuwirken. Aber auf jeden Fall werden wir die Maßnahmen nicht öffentlich machen, denn wir wollen die kriminellen Banden hierüber natürlich im ungewissen lassen", schließt Jambon.

Nächste Woche  Freitag wird es weitere Beratungen mit dem Innenministerium,  aber auch mit dem Justizministerium, der Polizei und den Sicherheitsdiensten der Banken geben. "Ziel dieser Beratungen ist eine genaue Analyse des Tathergangs“,  sagt Marchand. "Wir werden auch prüfen, welche zusätzlichen Maßnahmen wir ergreifen können, auch präventiv,  um diese Geldautomaten-Explosionen so schnell wie möglich zu stoppen.“

 

Nach den ersten Explosionen haben viele Banken bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.