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Geldmaschine Fußball-WM

Was verdienen Spieler und Fußballbund?

Das VRT-Wirtschaftsmagazin „De Markt“ hat im Anlauf zur Fußballweltmeisterschaft ausgerechnet, was die Teilnahme finanziell für die Roten Teufel und den belgischen Fußballbund bedeuten kann. Schließlich geht es bei dem Turnier nicht nur um Fußball, sondern auch um wertvolle Preise.

Die FIFA stellt den 32 Fußballnationen, die an der Weltmeisterschaft teilnehmen, ein Preisgeld von 340 Millionen Euro in Aussicht. Wie viel eine Nationalelf von diesem Preisgeld erhalten wird, hängt von den Ergebnissen auf dem Fußballfeld ab.

Preisgeld

Noch nie war das Preisgeld so hoch wie bei der diesjährigen WM in Russland. Trotzdem wirkt es im Vergleich zu den über 5 Milliarden Euro, die die FIFA aus Fernsehrechten und Sponsoring kassiert, eher knauserig.

Die Teilnahme an der Gruppenphase bringt dem belgischen Fußballbund 6,8 Millionen Euro ein. Schaffen die Roten Teufel es bis ins Achtelfinale erhält, klettern die Einnahmen aus der WM auf über 10 Millionen Euro. Auf den Sieger des WM-Turniers warten schließlich 32 Millionen Euro.

Sponsoring

Über die zweite Geldquelle, nämlich Werbe- und Sponsoring-Einnahmen, sind weniger genaue Zahlen verfügbar. Die WM-Teilnahme 2014 brachte dem belgischen Fußballbund 4,5 Millionen Euro an Sponsorengeldern ein. Sportwirtschaftsdozent Wim Lagae von der KU Leuven schätzt diese Einnahmen für die diesjährige WM eher bei 6 bis 7 Millionen Euro.

Rode Duivels, Diables Rouges, Red Devils

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Die meisten Gelder zahlen die 13 Hauptsponsoren der Roten Teufel: Adidas, Jupiler (jetzt: Belgium), Besix, BMW, Carrefour, Coca-Cola, Ergo, GLS, ING, Lotto, Luminus, Proximus und PWC. Wie tief aber jedes Unternehmen in die Tasche greift, um mit der belgischen Nationalelf werben zu können, bleibt vertraulich. Laut Wim Lagae ist der Wert der Roten Teufel im Verhältnis zu ihrem Vorstoß auf der Weltrangliste von rund 200.000 Euro pro Hauptsponsor vor 10 Jahren auf mehr als 500.000 Euro gestiegen.

Übrigens dürfen nur die offiziellen Sponsoren die geschützte Bezeichnung der Roten Teufel, das Logo und die Abbildungen der Spieler selbst verwenden.

Wer sich im Sponsorenwettbewerb ein Foul erlaubt – wie die niederländische Bekleidungskette Zeeman, die ohne eine Lizenz Socken mit den ‚Red Devils‘ herausgebracht hatte – bekommt die rote Karte gezeigt. Zeeman musste seine WM-Socken nicht nur vom Markt holen, sondern auch vernichten.

Spielerlohn

Der größte Anteil am Preisgeld geht an Spieler und Trainerteam: 2014 betrugen die Prämien 70 % aller Teilnahmekosten für Brasilien. Von den 10,8 Millionen Euro Gewinnprämie gingen 8,52 Millionen an die Spieler.

Die Prämien für die Roten Teufel wurden für diese WM neu verhandelt und fallen niedriger aus. Jeder Spieler erhält 42.000 Euro für die Gruppenphase, 180.000 Euro für das Viertelfinale. Und 450.000 Euro, falls die Roten Teufel Weltmeister würden.