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Stirbt der Kiebitz in Flandern und Europa aus?

Ornithologen gehen davon aus, dass die heutige Kiebitzgeneration vielleicht die letzte ist, die hierzulande aufwächst. Die Zahl der schwarz-weißen Vögel aus der Familie der Regenpfeifer geht jedes Jahr dramatisch zurück.

Im Jahr 2003 waren noch über 20.000 Kiebitze in Flandern gezählt worden, so Joris Gansemans von der Naturschutzorganisation „Natuurpunt“.  In den vergangenen Jahrzehnten hatte der Bodenbrüter Marschwiesen und Flussniederungen als Brutplatz gegen Ackerlandschaften eingetauscht und die Ornithologen waren von einer Erholung der Kiebitzbevölkerung ausgegangen. In der Provinz Flämisch-Brabant allein waren 2003 noch 5000 Kiebitze gezählt worden. Jetzt ergab die Zählung nur noch 1000 Vögel“, berichtet Gansemans.

Grund zur Sorge

2015 wurde der Kiebitz auf die internationale Rote Liste der bedrohten Vogelarten gesetzt. Dass es mit dem Vogel bergab geht, erklärt Gansemans durch intensiv betriebene Landwirtschaft. „Die meisten Kiebitzneste werden von Landwirtschaftsmaschinen zerstört. Wenn die Vögel eine zweite Brut aufzuziehen versuchen, werden sie mit schlechtem Wetter oder Futterknappheit konfrontiert. Die Überlebenschancen der Küken sind daher äußerst gering.“

Michaël Torfs

Rettung?

Landwirte sollten die Kiebitze früher im Jahr auf ihre Äcker locken und die Neste gegebenenfalls an einen sicheren Ort bringen, bevor sie anfangen, ihren Boden zu bestellen. Darüber hinaus schlägt Natuurpunt vor, sichere Brutstätten auf brach liegendem Grund einzurichten. „So können wir die Überlebenschancen der Kiebitzküken verbessern“, sagt Ornithologe Gansemans.