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Umweltorganisation: "Belgien hat keine einheitliche Strategie zur Erreichung der Klimaziele"

Belgien wird es wahrscheinlich nicht gelingen, die vereinbarten Maßnahmen zum Klimaschutz-Übereinkommen von Paris einzuhalten. Das geht aus einem Bericht des Dachverbandes Climate Action Network (CAN) hervor. Auch andere europäische Länder werden die Ziele höchstwahrscheinlich verfehlen. CAN ist der wichtigste Dachverband von umweltpolitischen Nichtregierungsorganisationen in Europa mit dem Ziel, die Klimaerwärmung zu beschränken.

In dem Ranking zur Klimaschutzpolitik von CAN, das der Dachverband an diesem Montag veröffentlicht, rangiert Belgien auf dem 15. Platz lediglich im unteren Feld. 28 Länder werden in dem Bericht verglichen. Ziel des Berichts ist es, zu untersuchen, welchen EU-Mitgliedstaaten es gelingt, ihre Klimamaßnahmen an die 2015 in Paris vereinbarten Klimaziele anzupassen.

Die wichtigsten Maßnahmen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, sind eine Emissionsminderung, die Entwicklung erneuerbarer Energien und die Reduzierung des Energieverbrauchs.

Belgien schneidet dabei schlecht ab und erhält negative Anmerkungen.

Belgien wird die Klimaziele bis 2020 voraussichtlich verfehlen, heißt es in dem Bericht von CAN. "Der CO2-Ausstoß ist im Vergleich zu 2014 gestiegen, insbesondere im Transport- und Bausektor. Aller Voraussicht nach wird Belgien auch die Ziele für erneuerbare Energie nicht erreichen.“

Mit vier Regierungen, die für die Klimapolitik zuständig sind, habe Belgien keine  gemeinsame Strategie, um den Ausstoß zu drosseln. "Im Vergleich zu den anderen Beneluxländern hat Belgien seine Klimaziele nicht verschärft, was jedoch zur Erreichung der Ziele von Paris notwendig wäre," so CAN.

Kein Land ist wirklich auf Kurs zur Erreichung der Pariser Klimaziele (Wertung: „"Very good"). Am nächsten kommen den Anforderungen noch Schweden ("good": 77%), Portugal, Frankreich, die Niederlande und Luxemburg (jeweils "moderate"). Sowohl Belgien (35%), als auch Polen (16%), Irland, Estland und Bulgarien schneiden viel schlechter ab. 

CAN gibt Belgien mehrere Empfehlungen:

·        Belgien muss eine klare Vorstellung davon liefern, wie es bis spätestens 2050 zu einer Co²-freien Gesellschaft wird.

·        Belgien muss seine interne Klimakooperation verbessern: Flandern, Wallonien, die Region Brüssel und die föderale Regierung sollten ihrer Verantwortung nachkommen. Belgien muss zusätzliche und kohärente Maßnahmen nehmen, um den steigenden CO²-Ausstoß zu bekämpfen.

·        Belgien muss die Produktion von erneuerbarer Energie und seine Energie-Effizienz steigern. Es sollte sich auf einen gemeinsamen Energie-Aktionsplan einigen und den Atomausstieg umsetzen wie er 2003 beschlossen wurde.

·        Belgien sollte die ambitionierteren Ziele des Europäischen Parlaments zu den Klimazielen bis 2030 unterstützen und sich der Gruppe der progressiven EU-Mitgliedstaaten anschließen, die strengere EU-Klimaziele anstreben.