BELGA (archief)

Tierpark Planckendael: Entlaufene Löwin erschossen

Eine aus ihrem Käfig im Tierpark Planckendael in Mechelen (Provinz Antwerpen) entlaufende Löwin (Archivfoto) konnte nicht betäubt oder eingefangen werden. Nach dem alle Versuche am Donnerstagvormittag gescheitert waren, musste das Tier erschossen werden. Zu Schaden kam dabei niemand, auch nicht die vielen Schulkinder, die sich gerade im oder am Tierpark aufhielten. Flanderns Tierschutzminister zeigte sich angesichts des Abschusses des Tieres bestürzt.

Es war wohl so etwas wie ein Albtraum für die Verantwortlichen des Tierparks von Planckendael. Jetzt, am Ende des Schuljahres, machen viele Klassen einen Ausflug und Planckendael gehört in Flandern zu den beliebtesten Zielen solcher Schulausflüge. Die Meldung, dass sich eine Löwin aus ihrem Gehege selbständig gemacht hatte, sorgte aber glücklicherweise nicht für eine Panik.

Die Besucher des Parks, die bereits vor Ort waren, wurden in Sicherheit gebracht. Die ersten 15 Besucher kamen im Shop des Tierparks unter (Foto unten) und alle anderen, die schon vor den Toren der Einrichtung standen, mussten auf den nahegelegenen Parkplätzen auf die Entwicklung der Vorgänge warten. Schnell waren die Rettungsdienste (Feuerwehr und Notärzte) vor Ort.

Drinnen herrschte allerdings emsiges Treiben. Zuerst wurde das Verschwinden der 2 Jahre alten Löwin Rani bemerkt und danach gingen die Tierpfleger davon aus, dass das Tier irgendwo in den Käfiggängen unterwegs war. Weit gefehlt. Die Löwin wanderte in aller Seelenruhe durch den Tierpark, ließ sich aber nicht einfangen. Ganz im Gegenteil. Alle Versuche, die Raubkatze zu betäuben, scheiterten. Am Ende musste das doch gefährliche Raubtier erschossen werden.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter) 

Polizei erschoss Löwin, Tierschutzminister entsetzt

Flanderns Landesminister für Tierschutz, Ben Weyts (N-VA), nannte im Laufe des Donnerstags den durch einen Polozisten erfolgten Abschuss der entlaufenen Löwin aus Planckendael „schrecklich und unerklärlich“. Er fordert, dass dieser Vorgang untersucht werden muss: „Ich verstehe, dass dies eine schwierige Abwägung der Sicherheitsrisiken darstellt, doch ich begreife nicht, dass nicht mehr Versuche, das Tier zu betäuben, unternommen worden sind. Es war ein Entschluss der Polizei und alleine der Polizei, das Tier zu töten. Was mich betrifft, muss nicht nur untersucht werden, warum das Tier entkommen konnte, sondern auch, wie es zu dem Beschluss gekommen ist, das Tier zu töten.“

"Der Entschluss war nicht abzuwenden;"

Bart Somers, Bürgermeister von Mechelen

Mechelens Bürgermeister Bart Somers (Open VLD) reagierte kurz nach der Kritik von Tierschutzminister Weyts und gab an, dass man drei Stunden lang versucht habe, die Löwin in ihren Käfig zurückzudrängen oder sie zu betäuben, doch „in einem bestimmten Augenblick näherte sie sich bis auf gut 10 Meter einem Wägelchen, in dem vier Besucher saßen. Dann wurde es gefährlich.“

Drei Schüsse habe die Polizei auf das Tier abgegeben: „Der erste war tödlich und die beiden anderen Schüsse wurden zur Sicherheit abgefeuert.“ Der Entschluss sei unabwendbar gewesen, so Somers. Die Aussage des Bürgermeister wiederspricht allerdings einer früheren Meldung, nach der alle Besucher in Sicherheit gebracht worden seien, als das Tier entkommen konnte…