Westend61 / Rainer Berg

Belgier sind die am meisten gestressten Autofahrer Europas

Aus einer europaweit geführten Studie ist ersichtlich, dass die Belgier die am meisten genervten Autofahrer sind. Die Studie, an der auch das belgische Verkehrsinstitut VIAS beteiligt war, zeigt, dass sich dieser Stress in asozialem Verkehrsverhalten äußert, wie z.B. ständiges Hupen oder rechts überholen.

Statistisch gesehen sind die belgischen Autofahrer im Straßenverkehr doppelt so gestresst, als die in den benachbarten Niederlanden. Und nur die Italiener und die Griechen hupen noch öfter, als die Belgier. Trotz dem häufigen Hupen am Steuer sehen sich die belgischen Fahrer bei genauerem Nachfragen als eher weniger ruhige Zeitgenossen, also stellen sie selbst fest, dass ihr in der Studie auch als asozial gewertetes Fahrverhalten nichts bringt.

Doch warum sind ausgerechnet die Belgier am Steuer so genervt? Die Antworten darauf sind schnell gefunden. Zum einen stehen sie fast ständig irgendwo im Stau. Belgien ist als europäisches Transitland und als durch die vielen Dienst- und Firmenwagen aufs Auto gepoltes Land bei weitem nicht nur zu Stoßzeiten und auf den Autobahnen von hohem Verkehrsdruck geprägt.

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BELGA/WAD

Ein weiterer Punkt ist allerdings auch die Tatsache, dass unser Land, und da in erster Linie das Bundesland Flandern, dicht bebaut ist. Dadurch kann sich natürliches Grün kaum beruhigend auf die Autofahrer auswirken.

Im Ausland allerdings erweisen sich die belgischen Autofahrer eher als respektvoll. Sie halten sich gut an die in anderen Ländern herrschenden Verkehrsregeln und sie halten, zumindest im Ausland, genügend Abstand zum Vordermann. Hier schneiden die Belgier nach den Spanien als beste Fahrer ab. Zudem schnallen sich die Belgier durchweg an und sie machen bei langen Fahrten öfter Mal Pause.

Aufs Autofahren verzichten?

Auch diese europaweit geführte Studie empfiehlt Belgien mehr zu tun, um die Autofahrer dazu zu bewegen, mehr auf das Auto zu verzichten und nach Alternativen zu suchen. Doch was in anderen Ländern ein Erfolgsrezept ist, das Carpoolen, ist in unserem Land noch nicht so beliebt.

Nur rund 8 % der Verkehrsteilnehmer beteiligt sich z.B. an Fahrgemeinschaften. Das ist doppelt so wenig, wie der europäische Durchschnitt und sogar dreimal weniger als im Nachbarland Frankreich. Ansonsten bietet Belgien zu wenig Infrastruktur für die Radfahrer, vor allem in den Ballungsgebieten und den Städten und der öffentliche, insofern er nicht schienengebunden ist, steht selbst im Stau…

Die Verkehrsstiftung „La Fondation Vinci Autoroutes“ hat in 11 europäischen Ländern eine repräsentative Umfrage zum Verkehrsverhalten durchgeführt und befragte insgesamt 11.000 Verkehrsteilnehmer zu ihren Befindlichkeiten. In Belgien war das VIAS Institute an dieser Studie beteiligt.