Brüssel-Nord ist der am stärksten frequentierte Bahnhof Belgiens

Der Bahnhof Brüssel-Nord (Archivfoto) war im vergangenen Jahr der belgische Bahnhof mit den meisten Fahrgästen am Tag. Täglich wurden hier durchschnittlich 61.179 Reisende und Pendler gezählt, wie aus den neuesten Fahrgastzählungen der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB ersichtlich ist. Der kleine Bahnhof von Hourpes in der wallonischen Provinz Hennegau steht mit 4 Fahrgästen täglich am unteren Ende dieser Liste.

Brüssel-Nord führt mit seiner hohen Zahl an täglichen Berufspendlern die Liste der am häufigsten frequentierten belgischen Bahnhöfe an, doch auch die anderen beiden Hauptbahnhöfe der belgischen Hauptstadt fertigen täglich zehntausende Fahrgäste ab: Brüssel-Zentral hat pro Tag 59.258 Reisende und Brüssel Süd/Midi als internationaler Umsteigebahnhof immerhin noch 58.461 Fahrgäste.

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Der erste wichtige Bahnhof in Flandern ist in dieser Hinsicht die Station Gent-Sint-Pieters (Foto oben) mit werktäglich 56.314 Fahrgästen, gefolgt von Antwerpen-Zentral (34.988) und der Universitätsstadt Löwen in Flämisch-Brabant (34.267). Erst auf dem 7. Rang folgt mit Ottignies in Wallonisch-Brabant der erste wallonische Bahnhof mit 22.567 täglich dort erscheinenden Reisenden.

Die Top 10 der am häufigsten frequentierten belgischen Bahnhöfe füllen noch Mechelen (20.886), Namü (20.156) und Brügge (18.506). Vor zwei Jahren, bei der letzten Fahrgastzählung, standen die gleichen 10 Stationen in dieser Liste. Übrigens, am Wochenende sind Brüssel-Süd/Midi und Gent-Sint-Pieters die belgischen Bahnhöfe mit dem größten Gedränge.

Statistik mit Vorsicht zu genießen

Im Bereich der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS werden im Inland derzeit 549 Bahnhöfe oder Haltestellen angefahren. Davon werden lediglich 7 Station werktäglich von weniger als 20 Fahrgästen frequentiert. Alle diese Bahnhöfe liegen in der Wallonie, wie auch der ruhigste Bahnhof an dem noch Züge halten: Hourpes im Hennegau mit 4 Fahrgästen. Statistisch ist hier leider nicht erfasst, ob es sich dabei nicht vielleicht nur um 2 Berufspendler täglich handelt, die morgens mit dem Zug zur Arbeit fahren und abends wieder heimkommen…

Die Bahnverwaltung führt ihre Fahrgastzählungen auf visueller Ebene aus und dies auch nur in einem kurzen Zeitraum, nämlich alle 2 Jahre im Monat Oktober. Dadurch kann die Fehlermarge durchaus recht hoch liegen. Die NMBS nutzt diese Zählungen nach eigenen Angaben dazu, langfristig Trends und Tendenzen zu erkennen. Auf Basis dieser Statistiken sollen angeblich keine Bahnhöfe geschlossen werden.

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