Einmal im Jahr zeigt der Friedhof von Laken (s)ein Herz

Auf dem wunderschönen Friedhof der Brüsseler Gemeinde Laken zeigt sich höchstens einmal im Jahr, immer rund um den 21. Juni, wenn die Sonne am höchsten steht, ein Herz durch die Öffnung einer alten Grabstätte. Dieses Phänomen ist auch nur dann zu erleben, wenn das Wetter schön und sonnig ist. Das war am Donnerstag der Fall.

Im Dach dieser sechseckigen Grabstätte befindet sich ein kreisförmiges Loch und wenn die Sonne am längsten Tag des Jahres am höchsten steht, sorgt der entsprechende Lichteinfall für ein Herz im Inneren des Grabsteins, erklärt Tom Verhofstadt von der Vereinigung „Epitaph“, ein Verein, der sich der Kulturgeschichte von Friedhöfen widmet:

„Die Sonnenstrahlen fallen dann auf eine der sechs Ecken des Grabmahls und formen so ein Herz. Dies nennt man auch gerne die ‚Erscheinung des aufleuchtenden Herzens.‘“

Das Grabmal, dass dieses schöne Phänomen bietet, ist die Grabstätte des französischstämmigen Ehepaars Léonce Evrard und Louise Flignot aus Laken. Das Grab stammt aus dem Jahr 1920, doch Léonce starb schon 1916 und seine Ehefrau Louise 1918.

Ob das Herz in der Sonne in den Plänen zum Bau dieser Grabstätte vorgesehen war oder nur ein zufälliges Phänomen ist, vermag heute niemand mehr erzählen zu können. Auf jeden Fall kommen jedes Jahr, vorausgesetzt die Sonne scheint, dutzende Menschen hierher, um sich diese ‚Erscheinung des aufleuchtenden Herzens‘ anzuschauen.

Doch nicht nur an sonnigen 21. Junis ist der Friedhof von Laken einen Besuch wert. Dieser Friedhof beherbergt eine gerade erst restaurierte Grabesgruft und hunderte verwunschene und sich selbst überlassene Gräber.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten