Neuer Kampfbomber? Krach in der Regierung um den F-16-Ersatz

In der belgischen Bundesregierung herrscht einmal mehr Krach zum Thema F-16-Ersatz. Die belgischen Kampfbomber dieses Typs müssen über kurz oder lang ersetzt werden und derzeit laufen Gespräche darüber, wer die neuen Kampfbomber für die belgische Luftwaffe bauen und liefern soll. Dabei haben Premierminister Charles Michel (MR) und Bundesverteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) durchaus etwas andere Ideen bezüglich der passenden Vorgehensweise.

Verteidigungsminister Steven Vandeput hatte sich gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen dagegen ausgesprochen, ein inoffiziell eingereichtes Angebot des französischen Flugzeugbauers Dassault bei seinen Planungen in Betracht zu ziehen. Vor einer Woche hatte Premierminister Michel angedeutet, man solle das französische Angebot durchaus prüfen.

Dassault hatte sein Angebot anders als die beiden anderen Bewerber Lockheed Martin aus den USA und der europäischen Airbus-Gruppe nicht im Rahmen einer offiziellen Ausschreibung vorgelegt, sondern eher durch die Hintertüre. Dassault würde Belgien gerne 34 seiner neuen Rafale-Kampfbomber (Foto oben) für einen Gesamtpreis von 3,5 Milliarden Euro anbieten und bewirbt sich mit einer langjährigen Partnerschaft mit der hiesigen Luftwaffe und mit Anschlussaufträgen für die belgische Industrie.

„Die Regierung entscheidet und niemand anderes.“

Premierminister Charles Michel

Verteidigungsminister Vandeput warnt indessen die Regierung davor, im Nachhinein die Regeln zu ändern, denn die Mitbewerber, die sich nach der Ausschreibung gemeldet haben, könnten durchaus vor Gericht ziehen, falls sie leer ausgehen. Damit laufe die Bundesregierung das Risiko, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Dies wollte Vandeput aber im Laufe des Freitags so nicht wirklich wiederholen, während Premier Michel ankündigte, über die Nachfolge für den F-16 werde in der Regierung entschieden und nirgendwo anders… Unser Foto unter diesem Beitrag zeigt Premier Michel und Verteidigungsminister Vandeput nicht unbedingt in bester Laune.

Wie lange die Entscheidungsphase noch laufen wird, ist unklar. Eine erste Deadline, der Nato-Gipfel am 11. Juli, kann nicht eingehalten werden und jetzt wird Mitte Oktober genannt, das offiziell benannte Ende des laufenden Prozesses.

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