Jambon: "Das mit der Unabhängigkeit, das kann auch 'mal ganz schnell gehen"

Die flämischen Regionalisten von der N-VA sind kommende Wahlen 2019 nicht am Premierminister-Posten interessiert. Das hat der Vizepremier und Innenminister Jan Jambon an diesem Samstag in der französischsprachigen Zeitung La Libre Belgique in einem Interview betont.  Doch die Unabhängigkeit Flanderns strebt die Partei weiterhin an.

"Welche französischsprachige Partei würde sich denn an einer Regierung beteiligen, die durch die N-VA geführt wird?", fragt sich der Minister. "Derzeit steht die (französischsprachige liberale, Red.!) MR permanent in der Kritik. Können Sie sich den Zirkus im Parlament vorstellen, wenn der Premier ein Politiker der N-VA wäre? Das ist eine Wahnvorstellung", so Jambon weiter. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, der nächste Premier zu werden, antwortete Jambon, dass er keinerlei Bestrebungen in dieser Hinsicht habe. "Premierminister in Belgien, das ist eine 'Hundsarbeit'".

Zur Frage einer weiteren Staatsreform wiederholte Jambon, dass der Konföderalismus 2019 im Wahlprogramm der N-VA stehen werde. Natürlich werde man erneut versuchen, dieses Ziel umzusetzen. Die Reformfrage sei nach wie vor wichtig für die N-VA.

Der Frage zur Unabhängigkeit der Flamen und einer Suggestion des Journalisten, es handele sich doch nur um ein Konzept, das eh nicht realisierbar sei, widersprach Jambon mit den Worten: "Oh, ich denke nicht, dass die Unabhängigkeit so unerreichbar ist…Es ist wahr, dass die Autonomie in Flandern heute keine Mehrheit hinter sich hat. Doch das mit der Unabhängigkeit, das kann auch ganz schnell gehen." Man wisse ja nie, was alles politisch geschehen könne. “Alles kann irgendwann einmal aus dem Ruder laufen. Der Konförderalismus wäre ein guter Schritt in Richtung Unabhängigkeit.“

Die Mitglieder der N-VA seien Nationalisten im positiven Sinne. Das läge schließlich in der DNA der Partei und habe sich keinesfalls verändert, erklärte Jambon noch.

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