„Flying Fortress“ auf dem Nordseegrund entdeckt

Im Rahmen der Arbeiten zur Hochspannungsverbindung zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland bei Zeebrügge ist das Wrack eines amerikanischen B-17-Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg (Foto) entdeckt worden. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit den US-Behörden noch danach gesucht, um welche Maschine es sich dabei handelt.

„Nemo Link“ heißt das internationale Projekt zur Verlegung eines Hochspannungskabels auf dem Boden der Nordsee zwischen den britischen Inseln und dem Festland. Bei den Arbeiten dazu wurde eine Vielzahl an Wracks aus den beiden Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts entdeckt. Dazu gehört auch, wie jetzt bekannt wurde, ein amerikanischer B-17-Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg.

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Solche Maschinen überflogen von Großbritannien aus gestartet, die Nordsee und Belgien auf dem Weg nach Deutschland, wo sie in riesigen Geschwadern die dortigen Städte mit ihren verheerenden Flächenbombardements belegten. Vereinzelt wurden solche Bombenflugzeuge von der deutschen Abwehr abgeschossen und stürzten in die Nordsee.

Nummern dienen zur Identifizierung

Zuerst fanden Taucher und Tauchgeräte einen einer B-17 zuzuordnenden Flugzeugmotor und später auch Wrackteile aus Aluminium. Hierauf konnten Nummern entdeckt werden, mit denen die US-Behörden derzeit herausfinden wollen, um welche Maschine es sich hier genau handeln könnte.

Ziel dieses Unterfangens ist die amerikanische Tradition, gefallene Soldaten wieder zurück in die Heimat zu bringen, wenn sie nicht noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gefunden, identifiziert und auf einem der vielen Militärfriedhöfe in Europa (oder anderswo) eine letzte Ruhestätte bekamen. In dem Wrack könnten sich noch die sterblichen Überreste von US-Luftwaffenangehörigen befinden. Die B-17er waren meist mit 9 bis 10 Mann Besatzung ausgestattet.

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Kulturerbe und Kulturgut auf dem Meeresboden

Nach Gesprächen mit den zuständigen US-Behörden könnten genau vier Maschinen in Anmerkung kommen und in jeder dieser „Flying Fortress“-Bomber werden noch einer oder mehrere Besatzungsmitglieder vermisst. Ob das Flugzeug irgendwann geborgen werden kann, muss sich noch herausstellen.

Die Vorgänge rund die bei den „Nemo Link“-Arbeiten entdeckten Maschine werden vom Amt des hier zuständigen westflämischen Provinzgouverneur und vom Flämischen Institut für die See koordiniert. Beide Einrichtungen sind dem Respekt zur Pflege von Kulturgut auch auf dem Meeresboden verpflichtet.

Im Laufe der „Nemo-Link“-Arbeiten wurden weitere Funde gemacht: Ein Flügel eines deutschen Messerschmitt-Jagdflugzeugs, Bauteile aus Aluminium einer britischen „Spitfire“, ein Sternmotor einer US-Maschine vom Typ Wright R-1820 und ein deutsches U-Boot mit 23 Mann Besatzung an Bord aus dem Ersten Weltkrieg.