Die Botschafter Deutschlands und Großbritanniens empfehlen den Eurofighter

Am Montagmorgen haben die Botschafter Deutschlands, Rüdiger Lüdeking, und Großbritanniens, Alison Rose, im VRT-Frühstücksradio „De ochtend“ an die belgische Bundesregierung appelliert, als Nachfolger für die F-16-Kampfbomber doch bitte den Eurofighter in Betracht zu ziehen. Diese Maschinen seien verlässlich und europäisch, so die beiden Vertreter ihrer Länder.

Nach Ansicht von Deutschlands Botschafter in Brüssel, Rüdiger Lüdeking und seiner britischen Kollegin Alison Rose ist der Eurofighter technisch gesehen eine gute Maschine, die allen Anforderungen entspricht. Und, diese Maschine sei ein europäisches Projekt, was wiederum gut für eine gemeinsame Zukunft sei.

Auf die Frage, was Belgien davon habe, auf den Eurofighter zu setzen, kam die einhellige Antwort: „Die drei größten europäischen Rüstungskonzerne stehen hinter dem Eurofighter und diese sind auch mit Belgien verbunden, denn sie arbeiten mit belgischen Zulieferern zusammen.“

„Belgien ist nicht einfach nur ein Kunde, sondern auch ein Partner.“

Alison Rose, britische Botschafterin in Belgien

„Belgien ist nicht einfach nur ein Kunde“, so die britische Botschafterin, „sondern ein Partner.“ Unser Land wäre der fünfte Partner in Europa bei der größten europäischen Verteidigungs-Kooperation überhaupt. Botschafterin Rose gab zu verstehen, dass dies nichts mit dem Brexit zu tun habe, sondern mit einer gemeinsamen europäischen Verteidigung.

Briten, Deutsche, Spanier und Italiener haben des Projekt Eurofighter 1990 aus der Taufe gehoben. Die Maschinen werden bei Airbus gebaut und hier sind die britische BAE und die italienische Leonardo Partner. Bisher haben acht Ländern weit über 500 „Eurofighter“ bauen lassen. Neben den Konsortium-Mitgliedern auch Österreich, Saudi-Arabien, Oman und Kuwait.

Belgien steht innerhalb der Nato und der EU unter Druck

Die belgische Bundesregierung muss sich rasch entscheiden, welche Maschinen die veralteten F-16er ersetzen sollen. In unserem Land streiten sich die Koalitionspartner innerhalb der Mitte-Rechts-Regierung aber immer noch mit Leidenschaft darüber, wer die neuen Maschinen liefern soll oder ob man die F-16er noch einmal modernisieren soll. Zwei Hersteller haben sich an der Ausschreibung beteiligt.

Zum einen ist da das US-Unternehmen Lockheed Martin, dass den F-35-Kampfbomber anbietet. Zum anderen würde auch das europäische Airbus/BAE-Konsortium den Auftrag mit Kusshand übernehmen. Doch auch der französische Dassault-Konzern buhlt um diesen lukrativen Auftrag und schlägt als belgischen F-16-Nachfolger seine Rafale vor. Allerdings ist dieses Angebot innerhalb der Regierung umstritten, denn es erfolgte nicht über die Ausschreibung sondern direkt in die Hände von Premierminister Charles Michel (MR).

Belgiens ehemaliger Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) hatte unlängst noch den Eurofighter kritisiert. Ihm war zu Ohren gekommen, dass von den 100 Eurofightern der deutschen Luftwaffe nur 34 einsatzfähig seien und dass 10 dieser Maschinen permanent außer Dienst seien…