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Mobilität in Antwerpen: Flandern investiert in „Lebensqualität“

Die flämische Landesregierung investiert 1,25 Mia. € in insgesamt 18 Verkehrsprojekte rund um den Antwerpener Ring (Illustration oben). Mit diesen Projekten soll der Verkehrsfluss in der Hafenmetropole gefördert werden und gleichzeitig will man dort in die „Lebensqualität“ der Bewohner investieren, denn zehntausende Antwerpener sind davon betroffen. Schwerpunkt der Vorhaben ist das „Oosterweel-Projekt“, ein seit Jahren in Planung befindliches Umgehungssystem um die Innenstadt herum.

Im März 2017 hatten sich die flämische Landesregierung, die Stadt Antwerpen und einige Bürgerinitiativen auf ein gemeinsames Projekt einigen können, mit dem der Verkehr in der Hafenstadt und drum herum neu geregelt werden soll. Dazu gehört, dass ein Teil des Antwerpener Rings überdacht bzw. in Tunnel gelegt wird, dass der Durchgangsverkehr von den Zufahrtswegen in die Stadt getrennt wird und dass schlicht und einfach weniger Autos nach Antwerpen hineinfahren sollen.

An diesem Mittwoch wurde vorgestellt, was das konkret bedeuten wird. Investiert werden 1 Milliarde Euro von Seiten der flämischen Landesregierung und weitere 250 Millionen Euro steuern die Stadt und der Hafen von Antwerpen dazu bei. Insgesamt werden 3,25 km Antwerpener Ring überdacht und zwar im Norden am Sportpalast und im Süden auf Höhe der A12.

„Die Hälfte der Baukräne in Flandern steht schon in Antwerpen. Die andere Hälfte kann jetzt auch kommen.“

Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever

Interessant ist, dass die insgesamt 18 verschiedenen Punkte (siehe Illustration oben und unten) in diesem Plan nicht nur den Autoverkehr betreffen, sondern auch die Lebensqualität der Anwohner, die Radfahrer und die Fußgänger.

Antwerpens Bürgermeister, der N-VA-Parteivorsitzende Bart De Wever, zeigte sich, genauso, wie Flanderns Mobilitätsminister Ben Weyts (ebenfalls N-VA) begeistert darüber, dass es jetzt losgehen kann: „Die Hälfte der Baukräne in Flandern steht schon in Antwerpen. Die andere Hälfte kann jetzt auch kommen.“

Für Mobilitätsminister Weyts ist dies nur ein Anfang, denn mittelfristig wird weiter in den Verkehr in und um Antwerpen investiert. Die Hafenmetropole ist nicht zuletzt einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Wirtschafts-Ballungsraum Flanderns.

Und in einem so dicht besiedelten Ballungsraum muss man immer auf die Bewohner Rücksicht geben. Dies haben die zahlreichen Bürgerinitiativen, die daran beteiligt waren, erreicht, in dem sie von Protesten und „wir sind gegen alles“ auf Kooperation und Mitarbeit umgeschaltet haben.