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Panama Papers: Finanzminister fordert Ermittlungen im Fall ING-Belgien

Bundesfinanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA - Foto) hat die belgische Steuerfahndung (BBI) dazu aufgefordert, in Zusammenhang mit den neuesten Enthüllungen in den Panama Papers Ermittlungen gegen die ING-Bank Belgien aufzunehmen. ING-Belgien arbeitete offenbar über eine Schweizer Niederlassung an Offshore-Konstruktionen in Steuerparadiesen.

Aus dem jetzt von einem europäischen Journalisten-Konsortium veröffentlichten zweiten Teil der Panama Papers ist unter anderem ersichtlich, dass die belgische Abteilung der niederländischen ING-Bank über ein Büro in Genf in der Schweiz an Offshore-Konstruktionen für reiche Russen arbeitet.

Noch im Mai 2016 hatten Vertreter von ING-Belgien gegenüber dem parlamentarischen Finanzausschuss nach den ersten Panama Papers-Enthüllungen beteuert, „grundsätzlich etwas gegen solche Strukturen in Steuerparadiesen zu haben.“ Doch jetzt wurde deutlich, dass auch ING-Belgien wohlhabende Kunden aus Russland über Briefkastenfirmen in Panama und auf den Britischen Jungfraueninseln dabei hilft, in unserem Land Steuern zu hinterziehen.

133 Belgier oder belgische Unternehmen genannt

In den neuen Dokumenten aus der zweiten Welle der Panama Papers, noch ganz frische Dokumente aus dem Zeitraum Anfang 2016 bis Ende 2017, werden insgesamt 133 Belgier, in Belgien residierende Ausländer oder hiesige Unternehmen genannt, die sich der Steuerhinterziehung in Steuerparadiesen schuldig gemacht haben oder machen.

Die in den belgischen Zeitungen Le Soir und De Tijd sowie im Magazin Knack dazu erschienen Berichte (beide Blätter gehören zum internationalen Rechercheverband in Zusammenhang mit den Panama Papers und zu den Enthüllungen über die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama) belegen also, dass sich noch immer Personen und/oder Unternehmen aus unserem Land an massiver Steuerhinterziehung beteiligen. Neben den jetzt aufgetauchten 133 Dossiers waren bei den ersten Enthüllungen schon 732 Namen gefallen. Bei diesen 865 Dossiers handelt es sich aber nur um jene Konstruktionen, deren Hintermänner identifiziert werden konnten…