Sozialkonflikt bei Brussels Airlines: Keine Einigung aber auch kein Streik

Im Sozialkonflikt bei Brussels Airlines haben die Piloten den neuen Vorschlag zur Lösung des bereits seit langem schwelenden Sozialkonflikt, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausgehandelt hatten, verworfen. Zu weiteren Streiks soll es aber nicht kommen, denn die Gewerkschaften setzen weiter auf Gespräche und Verhandlungen.

Die Piloten der 100 %igen Lufthansa-Tochter Brussels Airlines fordern also weiter mehr Lohn, einen besseren Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben und sie beklagen auch weiterhin in diesem Zusammenhang einen zu hohen Arbeitsdruck. Zehn Tage lang hatten die BA-Piloten Zeit, sich mit dem Vorabkommen auseinander zu setzen, doch mehr als die Hälfte von ihnen lehnten den Kompromiss, den die Gewerkschaften mit der Direktion der Fluggesellschaft ausgehandelt hatten, ab.

Das Papier sah unter anderem ein 13. Gehalt, höhere Zulagen für Überstunden, einen Ausbau der Ruhezeiten zwischen den Flügen und den Schichten sowie zusätzliche Urlaubstage für Pilote, die über 60 Jahre alt sind, vor. Die Gewerkschaften schlossen indessen weitere Streiks aus und gaben an, auf Basis des vorliegenden Vorabkommens weiter verhandeln zu wollen. Einiges daraus sei so gut wie spruchreif, hieß es dazu und zwar sowohl die Gehaltserhöhungen, als auch Maßnahmen zur Verminderung des Arbeitsdrucks.

Stichtag 9. Juli

Inzwischen laufen die Arbeiten zu einem Strategieplan bei Brussels Airlines weiter auf Hochtouren. Am 9. Juli wird Thorsten Dirks am Sitz von Brussels Airlines erwartet. Dirks ist CEO der Lufthansa-Lowcost-Tochter Eurowings, in die Brussels Airlines in Zukunft integriert werden wird. Das Personal der belgischen Lufthansa-Tochter Brussels Airlines macht sich nicht erst seit gestern SDorgen darüber, wie es mit der Traditionsairline weitergehen wird. Bleibt der Name Brussels Airlines bestehen? Werden Arbeitsplätze abgebaut? Am 9. Juli wird CEO Dirks vielleicht Antworten auf diese Fragen geben.