Nicolas Maeterlinck

Trajekt-Kontrollen: 34 neue Kontrollabschnitte in Flandern

Flanderns Landesverkehrsminister Ben Weyts (N-VA) stellte am Wochenende 34 neue Abschnitte vor, auf denen es in Zukunft zu sogenannten Trajekt-Kontrollen kommt. Dies ist eine effiziente Art und Weise, auf Autobahnen und Schnellstraßen gegen Temposünder vorzugehen. Diese Vorgehensweise kommt bei den flämischen Autofahrern offenbar gut an, denn sie gelten als wirksam und gerecht.

Trajekt-Kontrollen sind ein in ganz Belgien angewendetes System, mit dem Durchschnittsgeschwindigkeiten auf bestimmten Straßenabschnitten gemessen werden. Damit kann festgestellt werden, ob Autofahrer zu schnell unterwegs waren und damit gegen die dort vorgeschriebenen Richtgeschwindigkeiten verstoßen haben.

Diese Art der Geschwindigkeitsmessung wird im belgischen Bundesland Flandern von der überwiegenden Mehrheit der Autofahrer als gerecht und effektiv akzeptiert. Kritisiert wird allerdings die Tatsache, dass nicht alle Abschnitte, wo so vorgegangen wird, auch angekündigt werden.

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit (VIAS) stellte in einer aktuellen Erhebung fest, dass die Zahl der schweren Unfälle auf den entsprechenden Kontrollabschnitten deutlich zurückgegangen ist. Das ist vor allem auch auf Schnell- und Landstraßen der Fall. Dort wo Raser aus festen Kameras heraus „geblitzt“ werden, ging die Zahl der schweren Unfälle durch Raserei im ein Fünftel zurück. Bei Trajekt-Kontrollen stieg die Zahl zuletzt auf einen Rückgang um 30 % bei Unfällen mit Leichtverletzten und um 56 % bei Unfällen mit Schwerverletzten oder Todesfolge.

Weitere 69 Abschnitte in Planung

Bisher sind auf Ebene des belgischen Bundeslandes Flandern 55 Kontrollabschnitte aktiv und zwar auf insgesamt 146 km. Zwei davon messen auf Autobahnen und 53 auf Land- und Schnellstraßen. Jetzt kommen also 34 weitere Trajekte hinzu. Und noch vor dem Jahresende sollen noch einmal 69 Abschnitte zugeschaltet werden.

Positiver Nebeneffekt auf den kontrollierten Trajekten ist laut VIAS und dem Landesverkehrsministerium, dass die Autofahrer dort mit einem regelmäßigen Tempo unterwegs sind. Das bedeutet, der Verkehrsfluss läuft besser und die Fahrer sind entspannter.

Jetzt soll in Kooperation mit dem belgischen Innenministerium auf Autobahnen in ganz Belgien mit zusätzlichen ANPR-Kamerasystemen zur Erkennung von Autokennzeichen daran gearbeitet werden, auch ausländische Temposünder und sogar international auf Fahndungslisten stehende Personen zu identifizieren. In der Wallonie setzen die regionalen Verkehrsbehörden aber weiter auf die klassischen Blitzen und Starenkästen. Doch deren Zahl wurde und wird ebenfalls weiter aufgestockt.