Fall Djalali : Bourgeois fordert deutlicheres Signal von Seiten der EU

Der iranische Professor Ahmadreza Djalali, der vorübergehend Gastdozent an der Brüsseler Universität VUB war, sitzt noch immer im Iran fest. Er wurde zum Tode verurteilt und ihm geht es sehr schlecht. Das sagt seine Frau, die derzeit in Belgien ist, um erneut auf seinen Fall aufmerksam zu machen. Sie wird vom flämischen Ministerpräsidenten Geert Bourgeois unterstützt. Er will, dass sich die Europäische Union noch mehr für das Anliegen des Mannes im Iran stark macht.

Die Frau des verurteilten VUB-Dozenten Djalali tourt durch Europa. Sie sucht Unterstützung für ihren Mann. Der sitzt bereits seit April 2016 in einem Gefängnis im Iran. Im Februar wurde er zum Tode verurteilt.  

Vida Mehrannia, die Ehefrau von Ahmadreza Djalali, betont: "Er vermisst seine Familie und steht schon seit sechs Monaten psychisch enorm unter Druck. Jede Minute befürchtet er seine Exekution. Erst letzte Woche wurde jemand exekutiert. Er hat sehr stark abgenommen und ein Bluttest hat ergeben, dass er viel zu wenig weiße Blutkörperchen hat und dringend medizinische Hilfe benötigt."

Seine Familie hat nur telefonischen Kontakt zu ihm. Sowohl föderale als auch flämische Politiker setzen sich für Djalali im Iran ein. "Ich habe letzte Woche Kontakt zum Vizepräsidenten des Iran gehabt. Sie kennen unsere Bitte: Medizinische Versorgung und Begnadigung oder eine Wiederaufnahme des Prozesses", unterstrich der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois. Doch werde der Fall bei der geistlichen Führung dort im Land entschieden.

Teheran wirft Djalali Spionage vor. Bisher ist die Vollstreckung des Urteils ausgesetzt worden.

Die VUB überreichte der Frau von Djalali Beistandsbriefe – und Karten. An diesem Dienstag geht Vida Mehrannia damit zum Europäischen Parlament, um den Druck zu erhöhen.

Ich werde jetzt die EU bitten, noch stärker und mit einer einzigen Stimme aufzutreten, so Bourgeois weiter.

Es sei wichtig, den Fall seines Kollegen immer wieder aufs Neue in den Mittelpunkt zu stellen, unterstreicht der VUB-Professor Gerlant Van Berlaer, ein Kollege und Freund von Djalali. "Letztlich werden die iranischen Politiker der geistlichen Führung klar machen, dass das zu einem Problem werde. Man muss also weiter öffentlich Druck machen."

Ehefrau des zum Tode verurteilten Prof. Djalali