Batterieparks: Flandern will grüne Energie speichern

In Ruien in der Provinz Ostflandern wird bis 2020 der größte Batteriepark Flanderns entstehen. Diese Anlage soll bei Bedarf 25 Megawatt Elektrizität liefern. Landesenergieminister Bart Tommelein (Open VLD) gab dazu an, dass in Zukunft noch mehr solcher Anlagen entstehen sollen. In diesen Batterien wird vor allem überschüssige Energie aus nachhaltigen, sprich umweltfreundlichen Quellen gespeichert.

Der Batteriepark „Ruien Energy Storage“ soll Anfang 2020 operationell sein. Mit seiner Speicherkapazität von 25 Megawatt wird diese Anlage die größte ihrer Art im belgischen Bundesland Flandern. Anfang des Jahres wurde in Dilsen-Stokkem in der Provinz Limburg schon eine solche Anlage eröffnet. Dieser Batteriepark hat eine Speicherleistung von 18 Megawatt Strom. Und der belgische Energieproduzent Engie/Electrabel betreibt in Drogenbos bei Brüssel eine Testanlage, die bisher 6 Megawatt Kapazität hat, die aber auf bis zu 20 Megawatt ausgeweitet werden kann.

Grundsätzlich sollen diese Anlagen dabei helfen, Stromengpässe aufzufangen, sagt Jeroen Büscher von der Flämischen Einrichtung für Technologische Forschung (VITO) und EnergyVille dazu: „Um Nachfrage und Angebot von Elektrizität im Gleichgewicht zu halten, braucht Hochspannungs-Netzbetreiber Elia eine permanente Reserve von etwa 100 Megawatt. Auf diese Reserve wird zurückgegriffen, wenn die Nachfrage das Angebot überschreitet, bzw. aufgefüllt, wenn das Angebot größer ist, als die Nachfrage.“

Gaskraftwerke

Bisher nutzten Elia und die Stromproduzenten vornehmlich Energie aus Gaskraftwerken, wenn Engpässe drohten. Solche Kraftwerke können bei Überkapazitäten auch leicht abgeschaltet werden. Doch die Gaskraftwerke verschwinden sukzessive aus Belgien weil sie wenig rentabel sind und deshalb müssen alternative Reserven oder Speicherkapazitäten geschaffen werden. „Batterieparks passen zur erneuerbaren Energie, denn sie sorgen nicht für Schadstoffausstoß, weil sie lediglich Energie speichern. Wenn die Anlage von Ruien fertig ist, dann kann fast die Hälfte der Reserve, die Elia benötigt, von Batterien geliefert werden. Im Prinzip brauchen nicht mehr viele solcher Anlagen gebaut werden“, so Energiefachmann Büscher.

"Wenn die Anlage von Ruien fertig ist, kann fast die Hälfte der Reserve, die Elia benötigt, von Batterien geliefert werden."

Energiewissenschaftler Jeroen Büscher

Nicht alle Fachleute in diesem Bereich sehen in der Errichtung von Batterieparks als Stromspeicher eine Sicherheit und schon gar nicht, falls z.B. das belgische Bundesland Flandern voll und ganz auf Strom aus Windkraft und Sonnenenergie setzt. Solche Batterien könnten nur in eingeschränktem Maße Sicherheiten bieten und seien damit nur zeitlich begrenzt von Wert.

Effektive Stromreserven, z.B. für die Zeit nach einem eventuellen Atomausstieg müssten mehrere Gigawatt (1 Gigawatt = 1.000 Megawatt) umfassen, doch diese existieren (noch) nicht. Viele Zeitgenossen in diesem Bereich setzen auf die Wasserstoff-Technologie als zukünftige Energiequelle, auch für Belgien. Doch dies ist noch Zukunftsmusik, weil diese Technologie hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt.