Hitze und Trockenheit: Vorerst noch keine dramatische Lage

Für die kommenden Tage sagen die Wetterfrösche landauf landab hochsommerliche Temperaturen voraus. Droht jetzt in einigen Landesteilen wieder eine Trockenheit? Muss Trinkwasser gespart werden? Einige Kommunen nehmen schon jetzt Vorsorgemaßnahmen. In Flandern ist die Gefahr von Trockenheit am größten in Belgien, doch die Lage sei (noch) nicht ernst, so die Behörden. Ab Freitag gilt in Flandern eine erste Warnphase wegen der großen Hitze, die dann erwartet wird.

In Oosterzele in der Provinz Ostflandern hat die Gemeindeverwaltung bereits Anfang der Woche ein Verbot erlassen, Rasen zu sprengen, Autos zu waschen oder Schwimmbäder aufzufüllen. Und in den Naturlandschaften und Heidegebieten um Antwerpen herum droht Brandgefahr. Die flämische Landesagentur für Natur und Wald hat inzwischen Code „Orange“ erlassen, dass ist die zweithöchste Warnstufe in dieser Hinsicht. Code „Orange“ gilt für die Kalmthoutse Heide, die Eksterheide, De Merode, Most-Keiheuvel und für die Tielenheide.

Beim Königlichen Wetteramt KMI in Ukkel bei Brüssel spricht man schon jetzt von einer Art „Dürrelage“ in einigen Bereichen Flanderns, weil es in den vergangenen beiden Monaten schlicht und einfach zu wenig geregnet hat. Davon sind aber auch die beiden Provinzen Hennegau und Wallonisch-Brabant im französischsprachigen Landesteil betroffen. Die Lage könnte sich zuspitzen, denn nicht zuletzt braucht die Landwirtschaft in diesen Tagen besonders viel Wasser.

Sommergewitter mit heftigen aber kurzen Regengüssen können dabei nicht helfen, denn die Grundwasserreserven können damit nicht aufgefüllt werden. Allenfalls Sammelbecken haben etwas davon.

Regionale Unterschiede

In Wallonien sind die Sorgen in dieser Hinsicht nicht so groß, denn z.B. in den bewaldeten Ardennen sind die Grundwasserreserven eher gefüllt. In Flandern und Brüssel, wo es eine völlig andere Bodenstruktur gibt, sieht die Sache schon anders aus.

Nach Ansicht der Flämischen Landesumweltgesellschaft ist aber auch hier die Gefahr nicht unbedingt groß, denn aus der extremen Trockenheit des vergangenen Jahres habe man Lehren gezogen. Und, letztes Jahr war einem trockenen Sommer auch ein trockener Winter vorangegangen. Doch in diesem Jahr gab es im Winter und im Frühjahr ausgiebige Niederschläge. Für diese Zeit des Jahres haben das Grundwasser und die Pegel der Wasserläufe einen eher „normalen“ Stand, hieß es dazu.

Lokal gesehen kann sich das aber anders zeigen, wie das Beispiel von Oosterzele belegt. So oder so sollten die Bürger in diesen Tagen mit Wasser sparsam umgehen, denn Wasser sparen, wo es möglich ist, ist sowieso nie falsch.

Gesundheitsämter warnen

Wenn es ab Freitag so richtig heiß wird, muss allerdings auch auf sozialer Ebene Vorsorge getroffen werden. Die Gesundheitsbehörden und Wohlfahrtsverbände raten ihren Mitarbeitern, die sich z.B. um ältere oder um kranke Menschen, sowie um Kinder und Jugendliche kümmern, darauf zu achten, dass dieser Personenkreis ausreichend trinkt und sich vor der zu starken Sonne und Hitze schützt. Offiziell ist im belgischen Bundesland Flandern ab Freitag eine erste Warnphase aktiv.