Nicolas Maeterlinck

Verkehrschaos und Bauarbeiten: Leopold-II-Tunnel vor der Schließung

In diesen Tagen werden die definitiven Renovierungsarbeiten am Leopold-II-Tunnel in Brüssel vorbereitet. Am Samstag wird dieser Tunnel eine Zeit lang vollständig gesperrt. Für Autofahrer, die aus Richtung Ost- und Westflandern nach Brüssel fahren wollen, ist dies ein Problem. Am Donnerstagmorgen sorgten die Bauarbeiten und auch die Umleitungen durch den EU-Gipfel für lange Staus.

Durchschnittlich eine Stunde lang standen die Autofahrer in der Umgebung des Leopold-II-Tunnels am Donnerstagmorgen regelrecht Stoßstange an Stoßstange im Stau und auch andernorts in der belgischen Hauptstadt gab es Staus und zähfließenden Verkehr, denn es wird auch an anderen Verkehrstunneln in Brüssel gearbeitet.

Seit Mittwochabend war auf Höhe der E40 an der Abfahrt Koekelberg schon eine Fahrspur vor dem Tunnel gesperrt und schon da zeigte sich, wie schwerwiegend die Folgen davon sein werden. Am Samstag um 10 Uhr vormittags wird der Leopold-II-Tunnel komplett dicht gemacht.

Drei Jahre lang Probleme?

Die Arbeiten werden lange dauern, so Brüssels regionaler Verkehrsminister Pascal Smet (SP.A): „Der Tunnel ist an seinem Lebensende angekommen. Wir müssen alles erneuern: Beleuchtung, Ventilation, Asbest wird rausgeholt, auch alter Stahlbeton, Schäden müssen beseitigt werden. Das verlangt weitgehende Ingenieursarbeit. Da ist nichts anderes zu machen.“

Drei Sommer lang wird dieser Tunnel voll gesperrt sein und außerhalb der Ferienmonate wird dann in den Nächten gearbeitet. In den kommenden beiden Monaten werden die Arbeiten vorbereitet – natürlich auch bei Vollsperrung.

Die Autofahrer und Pendler aus Richtung West- und Ostflandern trifft dies am härtesten. Ein Berufspendler aus Brügge gab am Donnerstagmorgen an, dass er für die 60 km Fahrt anderthalb Stunden gebraucht habe: „Das ist wahnsinnig. Das sind Arbeiten, die nachts passieren müssen. Wir sind jetzt hier blockiert. Das ist nicht gut für die Umwelt. Ich finde das schrecklich. Das kann doch vermieden werden?“ Ein andere pflichtete ihm bei: „Ein Skandal ist das!“

Alternativen?

Von Donnerstagabend bis Samstagabend bietet die Bahn wegen eines Streiks trotz Notfallfahrplan keine wirkliche Alternative. Autofahrer sollten bis auf Weiteres aus Richtung E40 und Ost- bzw. Westflandern den Brüsseler Ring nehmen und über die A12 in die Hauptstadt fahren. Eine weitere Möglichkeit bietet auch die Industrielaan in Anderlecht. Doch die war schon am Donnerstagmorgen völlig überlastet.