ImageGlobe

Die Auswirkungen des Bahnstreiks - Weitere Streiks angekündigt

Seit Donnerstagabend ist der Zugverkehr in Belgien wegen eines 24-Stundenstreiks des sozialistischen Bahnarbeitergewerkschaft ACOD Spoor gegen die Rentenreform der Bundesregierung stark eingeschränkt. Zur morgendlichen Stoßzeit fuhr etwa jeder dritte Zug, doch im Laufe des Tages geht die Zahl der Züge merklich zurück. Inzwischen haben zwei weitere Gewerkschaften Bahnstreiks für Mitte Juli angekündigt.

Der Bahnstreik lässt sich am Freitag durchaus spüren, auch wenn die Bahn ihren ersten Notfahrplan mit einem garantierten Mindestangebot eingerichtet hat. Die meisten IC-Züge zwischen den großen Städten fuhren am Morgen und auch Lokalzüge waren unterwegs, doch der Verkehr nimmt sukzessive ab.

Reisende sollten sich auf jeden Fall vor Fahrtantritt in den Bahnhöfen, auf der Bahnwebseite oder der App informieren, ob ihr Zug fährt oder ab andere Verbindungen möglich sind. Auf den Anzeigetafeln in den Bahnhöfen werden bis Samstagabend, 22 Uhr, nur jene Züge angezeigt, die auch wirklich fahren.

Neue Streiks angekündigt

Am Freitag kündigte die unabhängige Lokführergewerkschaft ASTB an, ebenfalls an zwei Tagen gegen die Rentenreform zu streiken. Dem schloss sich danach auch die Unabhängige Gewerkschaft für Bahnpersonal, OVS, mit einem eigenen Streik an. Das bedeutet wohl, dass zwischen dem 10. und dem 14. Juli einschließlich kaum bis keine Züge fahren werden. Davon sind dann während den ersten Ferien- und Urlaubstagen viele Tagesausflügler und Touristen betroffen und auch die Besucher zahlreicher Festivals und Stadtfeste, bzw. der Feiern zum Flämischen Regionalfeiertag am 11. Juli.

Reisende fühlen sich gut informiert

Offenbar funktioniert das garantierte Mindestangebot, dass die belgische Bundesregierung per (neuem-St) Gesetz bei Streiks im öffentlichen Dienst vorschreibt. Dieser noch bis Samstagabend dauernde Bahnstreik ist nämlich nach einem kleinen Streik bei der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn im Antwerpener Raum in dieser Woche eine Art Premiere.

Bahnreisende, die trotz Notfahrplan den Zug nehmen, fühlen sich durchaus gut informiert. Demnach fahren ausreichend Züge, wie die VRT NWS-Redaktion erfahren konnte und niemand steht wie früher blockiert und ignoriert auf dem Bahnsteig und muss der Dinge harren, die da kommen.

Gewerkschaftsmitglieder mussten bis spätestens 72 Stunden vor dem Streik mitteilen, ob sie streiken oder nicht und mit dem vorhandenen Personal baut die NMBS/SNCB ihren Notfahrplan auf. Die sozialistische Bahngewerkschaft ACOD Spoor nennt dies „Einschüchterung“ und verbreitete am Freitagmorgen die Nachricht, die Bahn arbeite in sicherheitsrelevanten Bereichen mit fachfremdem Personal - ein Vorwurf, den die Bahn als „schockierend“ zurückwies.