Flandern: Steuervorteile für Unternehmen, die in Schulen investieren?

Landesbildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) hat im Namen der  flämischen Landesregierung einen Vorschlag bei der belgischen Bundesregierung hinterlegt, nach dem Unternehmen steuerliche Vorteile gewährt werden sollen, die in schulische Infrastruktur investieren. Diese Art der Tax Shelter müsse nicht viel kosten, so die flämische Christdemokratin.

Der Hintergrund für die Idee der flämischen Bildungsministerin liegt quasi auf der Hand: Schulen fehlt oft das Geld für die Anschaffung von modernem Unterrichtsmaterial und die Wirtschaft sucht händeringend nach Nachwuchs, der fähig ist, mit den neuesten Technologien umzugehen.

„Man könnte Unternehmen, die in die moderne Ausrüstung von technischen Schulen oder auf Ebene der Berufsschulen investieren, perfekt fiskale Vorteile gewähren, wie zum Beispiel einer Erhöhung der Sätze für das, was sie steuerlich abschreiben können. Ziel soll sein zu erreichen, dass sich Schulen und Betriebe die Hand reichen.“, so Crevits, die der Ansicht ist, dass das alles nicht viel kosten muss.

Das hänge natürlich davon ab, wie weit sich Unternehmen auf diese Idee einlassen wollen. Dies könne aber eine enorme Hebelwirkung haben, so Crevits weiter: „Jeder Euro, der in eine bessere Ausbildung der Jugendlichen investiert wird, wird wieder eingenommen.“

Die flämische Landesregierung reicht diesen Vorschlag im Rahmen des „Arbeits-Deals“ mit der Bundesregierung ein. Premierminister Charles Michel (MR) und Bundesarbeits- und Wirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V) hoffen mit einem solchen Deal das Problem der sogenannten „Engpassberufe“, also dem akuten Facharbeitermangel entgegentreten zu können.