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Neue Masche bei Kupferdieben in Belgien: Blitzableiter klauen

Kupferdiebe haben es in letzter Zeit offenbar mehr und mehr auf Blitzableiter an Hochspannungsmasten und -linien abgesehen. Sie sind dabei in erster Line am entsprechenden Kupfer der Erdungskabel interessiert. Doch Stromnetzbetreiber Elia warnt vor den Gefahren - zum einen für die Diebe selbst und zum andern für die Stromversorgung.

In den vergangenen zwei Wochen hat eine offenbar spezialisierte Bande gleich mehrmals zugeschlagen. In der Provinz Luxemburg wurden zwischen 5 und 6 km Erdungskabel zwischen insgesamt 24 Strommasten gestohlen und zwischen Diest und Kersbeek in Flämisch-Brabant wurde Kupferkabel zwischen 17 Masten geklaut.

Die Diebe haben es danach in erster Linie auf den kupfernen Erdungsdraht abgesehen, der an der Spitze der Strommasten hängt, also ganz oben hoch. Diese Kabel dienen als Blitzableiter. Insgesamt verschwanden alleine bei diesen Diebstählen rund 10 km Kupferdraht, was einige 100.000 € Wert ist.

Beim Hochspannungs-Netzbetreiber Elia geht man davon aus, dass die Bande genau weiß, was sie tut, denn die Diebe begeben sich in Lebensgefahr. Und sie sorgen indirekt dafür, dass bei eventuellen Blitzeinschlägen keine Blitzarbeiter mehr schützen können, was zu empfindlichen Stromausfällen führen kann.

Probleme und Überwachung

Ein weiteres Problem dabei ist, dass das Verschwinden von blitzableitendem Erdungskabel im Netz nicht bemerkt wird. Es löst kein Signal aus, was beim Diebstahl von reinem Stromkabel sehr wohl der Fall wäre.

Jetzt rufen Elia und die Polizei dazu auf, Verdächtiges sofort zu melden, denn es ist quasi unmöglich, dass gesamte Netz zu überwachen. In Belgien umfasst das überirdische Elektrizitätsnetzwerk etwa 6.000 km Stromkabel, dass über rund 22.000 Masten verbunden ist. Elia selbst patrouilliert mit Fahrzeugen und Hubschraubern, um das eigenen Netz jetzt auch in diesem Sinne im Auge zu behalten.