Trockenheit: “Code Gelb” in 137 flämischen Gemeinden

Inzwischen sind in einigen Regionen im belgischen Bundesland Flandern durch die anhaltende Trockenheit dann doch die Trinkwasservorräte bedrohlich zurückgegangen. Deshalb wurde zum ersten Mal überhaupt „Code Gelb“ erlassen. Das bedeutet, dass in den betroffenen Kommunen die Nachfrage nach Trinkwasser das Angebot übersteigt.

Dies ist das erste Mal, dass in Flandern „Code Gelb“ erlassen wurde. Das belgische Bundesland hatte ein Codesystem nach der Trockenperiode im vergangenen Jahr aufgestellt und dieses System greift jetzt zum ersten Mal. Betroffen sind 137 Gemeinden vor allem in den Provinzen West- und Ostflandern.

Carl Heyrman, der Direktor von Aquaflanders, das ist der Dachverband der flämischen Wasser-Versorgungsgesellschaften, erklärt: „Das Model beginnt mit ‚Grün‘ für eine normale Lage und steigt auf ‚Gelb‘, ‚Orange‘ und ‚Rot‘. ‚Code Rot‘ stellt eine absolute Notsituation dar.“

Wasserverbrauch nimmt bedenklich zu

„Code Gelb“ gilt für fast alle ost- und westflämischen Gemeinden und für einige Kommunen im Pajottenland in Flämisch-Brabant. Hier hat der Verbrauch von Trinkwasser spektakulär zugenommen, weil die Regenwasserreserven schon aufgebraucht sind. Dies kann bereits in kürzester Zeit dafür sorgen, dass die Produktion von Trinkwasser nicht mehr ausreichen wird, so Heyrman.

Aquaflanders rät der Bevölkerung, ihren Trinkwasserverbrauch freiwillig einzuschränken, denn andernfalls müssten die Provinzgouverneure Zwangsmaßnahmen erlassen. In erster Instanz wird empfohlen, zu duschen und nicht zu baden, keine Schwimmbäder aufzufüllen und aufs Autowaschen zu verzichten. Pflanzen und der Garten sollten nur mit Regenwasser gegossen werden.

Inzwischen droht auch Brandgefahr

Die flämische Agentur für Wald und Natur warnt vor Brandgefahr in der Provinz Limburg, denn dort ist es sehr trocken. Pfandfinder- und Jugendlagern wird dringend empfohlen, keine Lagerfeuer anzuzünden. Die Agentur erwägt sogar schon ein entsprechendes Verbot.

Für die limburgischen Wiesen- und Waldlandschaften gilt bereits seit längerem „Code Orange“ wegen der Trockenheit. Die Brandwachtürme sind permanent besetzt und ehrenamtliche Naturschützer beobachten die Lage als Ergänzung zu den Forstbeamten. Auch in Limburg wird empfohlen, sparsam mit Trinkwasser umzugehen.