Belgier Christophe Slagmuylder wird Wiener Festwochen-Intendant

Seit Anfang dieser Woche ist bekannt, dass Christophe Slagmuylder (Foto) das Programm 2019 der Wiener Festwochen gestalten wird. Der Brüsseler Kulturmanager soll dem größten und wichtigsten Kulturfestival der österreichischen Hauptstadt wieder neue Strahlkraft verleihen. Seit 2002 arbeitet er im Programmteam des Brüsseler Mehrspartenfestivals Kunstenfestivaldesarts, seit elf Jahren leitet er das renommierte Festival.

1994 gegründet von der ehemaligen flämischen Festwochen-Schauspieldirektorin Frie Leysen, gehört die Brüsseler Kultureinrichtung zu den Big Playern des internationalen Festspielbetriebs. Das Besondere an diesem Festival ist, dass die ganze Stadt – vom Problemviertel bis zum Nobelvorort - bespielt wird.

80 Prozent des Programms sind Eigen-, Ur- und Erstaufführungen. " Ähnliches dürfte der zuständigen Wiener Stadträtin Veronica Kaup-Hasler wohl auch für die Reform der Wiener Festwochen vorschweben.

Slagmuylder verlässt Brüssel früher als geplant

"Ich bin keine Notlösung", stellte der 51-jährige Christophe Slagmuylder klar. "Mir geht es darum, das Vertrauen in die Festwochen wieder aufzubauen und die Neugier auf künstlerische Begegnungen zu wecken." Er gilt als Spezialist für Gegenwartstheater, zeitgenössische Kunst, visuelle Theorie und ist ein umtriebiger Geist.

Für sein Engagement in Wien steigt Slagmuylder ein Jahr früher als geplant aus der Leitung des Kunstenfestivaldesarts aus, wo man bereits eine neue Führung sucht. Auch für 2020 ist er bereits Verpflichtungen eingegangen: In Düsseldorf soll er das alle drei Jahre stattfindende Festival Theater der Welt leiten. 

Zeitgenössisches Theater kann jeden erreichen, es ist nichts Elitäres

Ein klares Bekenntnis legte er indes zur Rolle der Festwochen als Produzent und Initiator von Projekten ab. "Sie sind ein guter Ort für risikoreiche Produktionen. Ich will, dass dieses Festival in dieser Zeit und an diesem Ort verankert ist und wirksam wird." Über seine künstlerische Position verrät er: "Ich unterscheide grundsätzlich nicht zwischen Avantgarde und Klassik, vielmehr geht es stets darum, wie Kunstwerke mit Zeitgenossenschaft verknüpft werden können."

Seine Mission ist es, für Avantgarde zu begeistern: "Zeitgenössisches Theater kann jeden erreichen, es ist nichts Elitäres", sagt Christophe Slagmuylder, "man muss die Leute nur neugierig machen, sie spüren lassen, dass sie willkommen und gemeint sind. Dann sind sie auch bereit, Unbekanntes anzusehen und irritierende Erfahrungen zu machen." (Quelle: wienerzeitung.at)