Schulden abgebaut: Antwerpen nicht länger unter staatlicher „Vormundschaft“

Die flämische Hafenmetropole Antwerpen steht nicht mehr länger unter der Finanzaufsicht der flämischen Landesregierung. Die Stadt konnte ihren Schuldenberg von 1,6 Mia. € seit 2003 auf knapp unter 400 Mio. € bis voraussichtlich Ende 2018 senken. Damit ist eine Aufsicht der kommunalen Finanzen durch die flämischen Landesbehörden nicht länger notwendig.

1995 hatte Flandern die Stadt Antwerpen finanziell unter Kuratel gestellt, weil sie enorm hoch verschuldet war. Die finanzielle Lage der Stadt hat sich aber inzwischen nach Angaben von Flanderns Landesinnenministerin Liesbeth Homans (N-VA) deutlich verbessert. Höhepunkt der Schuldenkrise war das Jahr 2003. Damals hatte die Stadt Antwerpen 1,6 Mia. € Schulden angehäuft.

„In den 90er Jahren arbeiteten hier 1.000 Leute mehr als heute und das für weniger Einwohner.“

Bürgermeister Bart De Wever

Ein Grund für diese enorme Verschuldung lag bei der Tatsache, dass die Stadt zu viel Personal beschäftigte, wie Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) dazu am Montag sagte: „In den 90er Jahren arbeiteten hier 1.000 Leute mehr als heute und das für weniger Einwohner. Überdies handelte es sich hier meist um Beamte, die auch nach ihrer Pensionierung noch für Schläge gegen die städtische Kasse sorgten. Unter meinem Vorgänger Patrick Janssens (SP.A) und unter Schöffe Luc Bungeneers (Open VLD/N-VA) konnte die Sache gedreht werden und in dieser Legislaturperiode haben wir 1.400 Jobs abbauen können, ohne dass es zu Entlassungen gekommen ist.“

Weniger Schulden aber dafür noch lange nicht reicher…

Die Verschuldung von Antwerpen liegt derzeit bei 1.000 Euro pro Einwohner und soll bis Ende des laufenden Jahres noch auf 750 € sinken. Damit wird die Pro-Kopf-Verschuldung unter dem kommunalen flämischen Durchschnitt, der bei 990 € steht, liegen.

Sowohl Innenministerin Homans, als auch die Stadtverwaltung von Antwerpen legen Wert auf die Feststellung, dass die Metropole damit nicht reicher geworden ist.

Die Stadt muss neue Kredite aufnehmen, um Infrastrukturarbeiten finanzieren zu können und weiter wiegen die Renten der Beamten so schwer auf den städtischen Finanzen, dass bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode noch einmal rund 400 Mio. € gefunden werden müssen.

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