Minusrekord bei Konkursen in Belgien - Brüssel bleibt außen vor

Die Zahl der Unternehmen, die in der ersten Jahreshälfte 2018 Konkurs anmelden mussten, war seit rund 10 Jahren nicht mehr so niedrig, wie derzeit. Zwischen Januar und Juni gingen hierzulande 5.300 Firmen pleite. Das ist ein Rückgang um 8 % gegenüber der ersten Jahreshälfte 2017. Dieser Trend ist fast überall zu spüren, außer in der Region Brüssel-Hauptstadt.

Laut den Statistiken im aktuellen Konkurs-Barometer der Wirtschaftsberater von Graydon sank die Zahl der Konkurse belgienweit in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 8 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Bei den rund 5.300 Konkursen wurden 12 % Pleiten weniger in Flandern und 17 % weniger Pleiten in der Wallonie verzeichnet.

Ganz nebenbei: Laut Graydon liegt auch die Zahl der damit verbundenen verlorenen Arbeitsplätze auf einem 10 Jahres-Minus: In der ersten Jahreshälfte 2018 gingen durch Pleiten 9.435 Jobs verloren. Und zum ersten Mal seit 20 Jahren ist kein Unternehmen, das mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt, in Belgien in Konkurs gegangen.

Brüssel kann dem Trend nicht folgen

Im Gegensatz zu Flandern und Wallonien muss die Brüsseler Hauptstadt-Region im genannten Zeitraum hingegen mit einen deutlichen Anstieg der Konkurse fertig werden. Hier wurde mit einem Anstieg der Pleiten um 15 % in den ersten sechs Monaten des Jahres ein neuer Rekord nach oben registriert.

„In Brüssel geht es vor allem um kleine und betrugsgefährdete Unternehmen, die auch mit Schwarzarbeit und mit Geldwäsche zu tun haben.“

Eric Van den Broele, Graydon

Wo liegen die sensibelsten Bereiche?

In der Gastronomie sank die Pleitewelle landesweit mit 937 Konkursen um ein Fünftel zurück, vor allem wiederum in Flandern und in der Wallonie. In Brüssel hingegen stieg die Zahl der pleitegegangenen Cafés und Restaurants um 12 % innerhalb von sechs Monaten.

Im Transportsektor fällt die Hauptstadt-Region mit einem Anstieg der Konkurse um rund 40 % vollständig aus dem Trend. Auch hier schneiden die anderen Landesteile deutlich besser ab. Im Einzelhandel gab es von Jahresanfang bis jetzt belgienweit ebenfalls einen Rückgang der Konkurse um ein Fünftel zu verzeichnen.

Den belgischen „Pleitepokal“ übernahm das Baugewerbe von der Gastronomie. In diesem Sektor gingen fast 1.000 Firmen in Konkurs, was einem Anstieg um 3 % entspricht. Auch hier führt Brüssel die regionale Liga an, denn hier ging in nur sechs Monaten Zeit ein Drittel aller Baufirmen pleite…