birger stichelbaut

UNESCO vertagt Entscheidung zu Belgiens Weltkriegs-Gedenkstätten

Die Entscheidung, ob die belgischen und französischen Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen werden, ist auf das Jahr 2021 verschoben worden. Bei ihrer derzeitigen Tagung in Manama in Bahrein hatte die UNESCO offenbar Probleme mit der Thematik.

Belgien und Frankreich hatten sich Ende 2017 mit ihren Gedenkstätten des Ersten Weltkriegs gemeinsam um die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes beworben, doch vorerst wird nichts daraus. Nach Angaben der Vereinigung  „Paysages et sites de mémoire de la Grande guerre“, die die Bewerbung begleitet,  wurde die Entscheidung vertagt, weil es sich hier um eine für die UNESCO völlig neue Thematik handelt.

Orte, die in Zusammenhang mit einem Krieg stehen, sind bisher nicht in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen worden. Offenbar befürchtet die UNESCO in dieser Hinsicht nach wie vor eine „Verherrlichung des Krieges“.

Umstrittene Gefallene aus dem Zweiten Weltkrieg?

Daran hat auch das „Simon Wiesenthal Center“ einen Anteil, denn diese weltweit anerkannte Organisation, die sich international gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzt, befürchtet, dass auf einigen der Soldatenfriedhöfe aus der Zeit 1914 bis 1918 nach dem Zweiten Weltkrieg auch „Nazi-Mörder“ beerdigt wurden. Auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs fanden auch zwischen 1940 und 1945 Kämpfe statt.

Beworben haben sich Belgien und Frankreich mit insgesamt 139 Anlagen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs: Soldatenfriedhöfe, Totendenkmäler und Monumente zum Gedenken an die Gefallenen aus dem „Großen Krieg“ in unserem Land und in Nordfrankreich. Dazu zählen unter anderem das bekannte Menen-Tor in Ypern in Westflandern und die Schlachtfelder von Verdun in Nordfrankreich im Departement Meuse (Maas). Belgien meldete dabei insgesamt 43 Stätten an.