Vereitelter Anschlag: Iranisches Paar „vom Iran unter Druck gesetzt"?

Das iranisch-belgische Ehepaar, das am vergangenen Wochenende wegen des Verdachts, in Frankreich einen Anschlag auf Exiliraner geplant zu haben, verhaftet wurde, hat bei Verhören angegeben, sich von ihrem Heimatland „unter Druck gesetzt gefühlt zu haben, dieses Attentat zu verüben". Diese Aussagen sind aus Justizkreisen gegenüber unserer Redaktion bestätigt worden.

Das verhaftete Ehepaar, dass in Wilrijk bei Antwerpen lebte, ist am vergangenen Samstag in der Brüsseler Region festgenommen worden. Im Wagen des Paares fanden die Ermittler Sprengstoff, einen Zünder und Nägel, die bei einer Explosion möglichst viele Menschen treffen sollten. Das mutmaßliche Ziel des Attentats sollte ein bei Paris statt findendes Meeting einer iranischen Oppositionspartei mit prominenten internationalen Teilnehmern gewesen sein.

Neben dem iranisch-belgischen Ehepaar wurden landesweit mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt, bei denen umfangreiches Material beschlagnahmt wurde, darunter Computer, Bargeld und Fahrzeuge. In Deutschland wurde in diesem Zusammenhang ein iranischer Diplomat verhört, der zur Botschaft seines Landes in Österreich gehört.

Was hat das Regime im Iran damit zu tun?

Die belgische Staatssicherheit lässt jetzt prüfen, ob dieser Diplomat tatsächlich etwas mit dem geplanten Anschlag bei Paris zu tun hat. Das festgenommene Ehepaar gab gegenüber der belgischen Polizei bei Verhören an, sich von ihrem Heimatland unter Druck gefühlt zu haben, den Anschlag zu verüben. Beide befürchteten unangenehme Folgen für noch im Iran lebende Angehörige. Auch dies wollen Staatsanwaltschaft und Staatssicherheit prüfen.

„Die Tatsache, dass ein iranischer Diplomat darin verwickelt ist.“

Jaak Raes, Leiter der belgischen Staatssicherheit

Jaak Raes, der Leiter der belgischen Staatssicherheit, geht von „zwischenstaatlichem Terror gegen eine oppositionelle Bewegung aus“ und sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Die Tatsache, dass ein iranischer Diplomat darin verwickelt ist, weist darauf hin, dass das Regime damit zu tun hat. Allerdings müssen weitere Untersuchungen dies noch belegen.“ Sicher ist lediglich, dass der Anschlag auf das MEK-Treffen bei Paris geplant war. Belgien habe damit 25.000 Menschen vor einem Attentat gerettet, so Raes.

Der Iran gab gegenüber den belgischen Behörden zu verstehen, an der Aufklärung des Falls mitarbeiten zu wollen. Doch dort geht man von einer Verschwörung gegen das Land aus, wie führende iranische Diplomaten inzwischen anmerkten. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte dazu, dass dies „ein taktischer Zug ist, um dem Iran Schaden zuzufügen.“