Andreas Kockartz/VRT

Bahnstreik(s) im Juli: Einer findet statt, der andere nicht

Die Unabhängige Gewerkschaft für das Bahnpersonal (OVS) hat eine Streikankündigung für zwei Tage in der kommenden Woche hinterlegt. Das bedeutet, dass die OVS-Gewerkschaftler vom 10. Juli um 3 Uhr nachts bis zum 12. Juli ebenfalls bis in die Nacht hinein, ihre Arbeit niederlegen. Der für die darauffolgenden Tage geplante Streik der kleinen Lokführergewerkschaft ASTB wurde von der Bahn abgelehnt.

Am Dienstag waren Gespräche zur Schlichtung des Sozialkonflikts zwischen dem Personaldienstleister der belgischen Bahn, HR Rail, war ergebnislos zu Ende gegangen.

Die Gewerkschaften der Bahn fordern, dass alle Eisenbahner bei der Rentenreform der belgischen Bundesregierung unter die Kategorie der „schweren Berufe“ fallen, damit sie früher pensioniert werden können. Das ist vor allem eine Forderung der OVS, die zwar eine eher kleine Gewerkschaft ist, der aber in erster Linie Lokführer angeschlossen sind.

HR Rail konnte die OVS-Delegierten am Dienstag nicht dazu überreden, ihren Streik fallen zu lassen und kündigte an, wie in der vergangenen Woche einen Notfahrplan mit dem Personal einzurichten, dass nicht streikt.

Damit wird die in Belgien gesetzlich verankerte garantierte Mindestdienstleistung bei Streiks zum zweiten Mal zum Einsatz kommen. Der erste Notfahrplan am 29. und am 30. Juni bot zwar Zugverkehr, doch ganz ohne Chaos war diese Premiere nicht verlaufen.

HR Rail hat als juristischer Arbeitgeber der Eisenbahner bei der Staatsbahn NMBS/SNCB eine weitere Streikankündigung, und zwar die der kleinen Lokführergewerkschaft ASTB rundweg abgelehnt. Die ASTB wollte von 12. Juli um 3 Uhr bis zum 14. Juli um 3 Uhr aus den gleichen Gründen streiken, doch aufgrund eines Formfehlers wurde die Streikankündigung des Lokführerverbandes nicht akzeptiert.