BELGA/KRAKOWSKI

Belgien fordert Auslieferung von verdächtigen Iranern aus Deutschland und Frankreich

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um den vereitelten Anschlag auf ein Treffen iranischer Oppositioneller in Paris bittet die belgische Justiz um die Auslieferung der in Frankreich und in Deutschland festgenommenen Verdächtigen. Bei den beiden Iranern handelt es sich vermutlich um Mittäter, die in Verbindung zu einem in Brüssel verhafteten iranisch-belgischen Ehepaar stehen, das als dringend tatverdächtig gilt.

Nach der Verhaftung eines iranisch-belgischen Ehepaars am Wochenende in Brüssel - die beiden Verdächtigen sollen ein Attentat auf ein Treffen iranischer Oppositioneller in Villepinte bei Paris geplant haben - und der Sicherstellung von Sprengstoff und einem Zünder in deren Wagen, wurden in Frankreich und in Deutschland weitere Verdächtige festgenommen.

Dabei handelt es sich zum einen um einen iranischen Diplomaten, der zur Botschaft des Iran in Wien gehört. Der Mann wurde am Sonntag an einer Raststätte an der A3 bei Aschaffenburg in Nordbayern verhaftet. Er soll die Kontaktperson der beiden Verdächtigen in Belgien gewesen sein. Inzwischen will Österreich, wie das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel online meldet, dem Iraner den Diplomatenstatus entziehen.

Zum anderen wurden in Frankreich drei weitere Personen in Zusammenhang mit diesem vereitelten Anschlag festgenommen. Zwei Personen wurde nach Verhören in Paris wieder freigelassen, doch eine dritte Person, die am Wochenende in Villepinte verhaftet wurde, befindet sich weiter in französischer Haft. Auch er soll in Verbindung mit den anderen Verdächtigen gestanden haben. Die belgische Justiz hat gegen die beiden Iraner einen internationalen Haftbefehl ausgeschrieben und erwartet nun deren Auslieferung aus Deutschland und Frankreich.