Erste Supermärkte in Belgien wollen auf Strohhalme verzichten

Die in Belgien aktiven Warenhausketten Lidl und Carrefour wollen ab dem kommenden Jahr den Verkauf von Strohhalmen aus Plastik beenden. Damit greifen die Supermärkte eines für die nahe Zukunft geplanten Vorgangs bei der Europäischen Union vor. Doch nicht alle in Belgien am Markt aktiven Discounter und Warenhausketten wollen schon jetzt so weit gehen, wie Lidl und Carrefour.

Lidl Belgien will bis zum Jahr 2025 den Verbrauch von Plastik um 20 % zurückdrängen. Den Anfang macht der deutsche Discounter in unserem Land Ende 2019 mit dem Beenden des Verkaufs von Plastikstrohhalmen und anderen Wegwerfprodukten aus Plastik, wie Ohrenstäbchen oder auch Einweggeschirr. Lidl-Sprecherin Isabelle Colbrandt sagte dazu am Mittwochmorgen: „Wir gehen in unserer Plastikstrategie von einer zielgerichteten Herangehensweise aus: vermeiden, reduzieren, recyceln.“

Lidl will jetzt mit seinen Lieferanten besprechen, wie diese Wegwerfartikel durch nachhaltige Produkte ersetzt werden können. In einer weiteren Phase sollen auch Strohhalme und Bestecke bei Fertiggerichten und bei Getränken angegangen werden. Doch vorher sollen die noch vorhandenen Lagerbestände abverkauft werden. Schon ab Herbst will Lidl den Verkauf von nicht nachhaltigen Plastiktüten beenden und verzichtet auf Plastikverpackungen z.B. bei Bananen.

Carrefour geht ähnlich vor, Delhaize hält sich noch zurück

Bei der französischen Handelskette Carrefour in Belgien will man ähnlich vorgehen und schon früher damit beginnen. Schon ab den ersten Quartal 2019 will Carrefour auf Wegwerfprodukte aus Plastik verzichten und den Verkauf beenden, bzw. durch alternative und nachhaltige Artikel ersetzen. Was mit den Lagerbeständen bei Carrefour passieren soll, ist allerdings noch unklar.

Bei der Warenhauskette Delhaize in Belgien beschäftigt man sich bereits seit längerem mit dem Thema Plastikvermeidung und verzichtet seit geraumer Zeit schon weitgehend auf Plastiktüten zur Verpackung von Frischware, wie Obst und Gemüse. Hier kommen Papierbeutel aus recyceltem Material zum Einsatz. Doch einen Zeitrahmen, um Plastikstrohhalme und Einweggeschirr aus dem Verkaufsregalen zu verbannen, hat man hier noch nicht. Allerdings besteht die Idee, die herkömmlichen Strohhalme durch Exemplare aus Aliminium zu ersetzen.

Flip Franssen