269 Libération Animale

Dutzende Tierschützer besetzten den Schlachthof von Tielt

Etwa 70 Aktivisten der französischen Tierschutzorganisation „269 Libération Animale“ und deren belgischen Verbündeten von „Bite Back“ haben gegen 4 Uhr am Donnerstagmorgen den Schlachthof von Tielt besetzt. Dort forderten sie „Gleichheit für Mensch und Tier“ und protestierten gegen die Fleischindustrie, die „Tiere ausbeutet und misshandelt.“ Die Polizei griff ein und gab an, die Aktion sei völlig gewaltlos verlaufen.

Die Tierschützer gaben an, ihre Aktion durchgeführt zu haben, „um ein Individuum zu befreien“. Letztendlich ließen sie zwei Schweine frei und ketteten sich an die Anlagen in den Stallungen des Schlachthofs an. Die Polizei schritt daraufhin mit großem Aufgebot ein, doch nach Verhandlungen ließen sich die Tierschützer ohne Gegenwehr oder Gewalt abführen. Allerdings mussten die Polizisten die Aktivisten von ihren Ketten befreien.

Die Tierschützer wurden alle identifiziert und es wurden Protokolle ausgestellt. Danach wurden die Franzosen zur Grenze gebracht. Claude Vandepitte, der Polizeichef von Tielt, sagte gegenüber VRT NWS: „Es handelte sich vornehmlich im französische Aktivisten. Wir werden sie zu einem späteren Zeitpunkt verhören. Sie riskieren Klagen wegen Einbruchsdiebstahl und vielleicht auch wegen Bandenbildung.“

Umstrittener Schlachthof

Der Schlachthof von Tielt war im vergangenen Jahr international in die Schlagzeilen geraten, als Tierschützer von „Animal Rights“ undercover Filmaufnahmen von den verheerenden Zuständen dort publizierten. Diese Bilder zeigten schwere Tierquälerei und Flanderns Tierschutzminister Ben Weyts (N-VA) ließ den Schlachthof schließen.

Dieser Vorfall sorgte für eine strengere Gesetzgebung bezüglich der Schlachterei und entsprechende Anlagen wurden mit Kameras zur Überwachung von Schlachthöfen ausgerüstet. Der Schlachthof von Tielt erhielt damals nach rund einem Monat seine Betriebserlaubnis zurück. Doch nach Ansicht der Tierschützer habe sich nichts geändert.

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269 Libération Animale

Flandern verschärft sein Tierschutzgesetz

Das flämische Landesparlament hat übrigens gerade einstimmig ein n,eues Dekret verabschiedet, das die Tierschutzregeln verschärft. In Zukunft werden in Flandern Strafen gegen Personen, die Tiere misshandeln, verdreifacht. Wiederholungstätern droht z.B. eine Haftstrafe von 18 Monaten.