Kriminalität sinkt generell, nur Cyberkriminalität steigt

Auch 2016 ist die Kriminalität in Belgien erneut zurückgegangen. Das belegt die Kriminalitätsstatistik, die der neue Polizeichef, Marc De Mesmaeker, am Freitag bekanntgegeben hat. Vor zehn Jahren wurden jährlich noch über 1 Million Straftaten in Belgien zu Protokoll genommen. 2017 ging diese Anzahl auf circa 860.000 Delikte zurück. Leider ist der Internetbetrug im gleichen Zeitraum angestiegen.

Die Kriminalitätsstatistik wird je Bundesland erfasst: In Flandern wurden 2017 genau 417.599 Straftaten registriert, in der Wallonie 297.434 und in Brüssel 145.493 Straftaten. 78 Fälle waren nicht mit einer einzigen Region verbunden.

Diebstahl oder Erpressung stellen 36,37 % (313.006) und damit den Hauptanteil der in Belgien begangenen Straftaten dar, vor Sachbeschädigungen mit 9,34 % (80.398 Straftaten) oder Körperverletzungen mit 9,05 % (77.859).

Auch die Anzahl der Einbrüche ging 2017 zurück und sank um 6,6 % auf 52.816 Fälle.

Regionale Unterschiede

Bei der Häufigkeit bestimmter Straftaten gibt es große regionale und lokale Unterschiede: In der bevölkerungsschwächeren Wallonie werden viel mehr Einbrüche (23.304 Fälle) als beispielsweise in Flandern ( 22.181) verübt. In Brüssel registrierten die Polizeibehörden im vergangenen Jahr 7.331 Einbrüche. Insgesamt aber sind die Einbruchsdelikte rückgängig.

In den letzten 5 Jahren ist ebenfalls die Zahl der Handtaschenraube um fast 70 % gesunken.

Den spektakulärsten Rückgang verzeichnet jedoch die Sparte „Terrorismus, Extremismus und Radikalismus“. Die Teilnahme an terroristischen Aktivitäten oder die Verbreitung von Hasspropaganda ist von 781 auf 489 Straftaten gesunken.

Cybergrooming und Internetbetrug auf dem Vormarsch

Von 43.800 Delikten im Jahr 2016 ist ihre Anzahl 2017 auf 44.165 angestiegen. Cybergrooming – oder das gezielte Ansprechen von Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene, die sexuellen Kontakt mit ihnen suchen – stieg um 19 %. Ebenfalls zugenommen haben die Anzeigen wegen unerlaubter Veröffentlichung privater Fotos, meistens sexueller Natur.

Der Internetbetrug legte um 6 % von 12.978 Fällen in 2016 auf 13.743 in 2017 zu.