53 Jahre nach Flugzeugabsturz in Deutschland: Belgische Armee-Erinnerungsstätte

Acht belgische Soldaten starben im Oktober 1965 beim Absturz eines Transportflugzeugs im deutschen Reinhardswald. 53 Jahre später will das belgische Militär mit einem Gedenkkreuz an die Opfer erinnern. Das Kreuz soll im September an der Absturzstelle bei Veckerhagen aufgestellt werden.  

Das Kreuz hat ein belgischer Offizier bereits entworfen und aus Holz gebaut. Es soll in einer Feierstunde am 25. September an der Absturzstelle vorgestellt werden. Der oberste belgische Militärgeistliche, General van den Eeckhout wird es segnen. Anschließend folgt eine Kranzniederlegung.

Bei dem Absturz im Reinhardswald waren drei Fallschirmjäger unter den Opfern. Die anderen Toten gehörten zur Besatzung des Transportflugzeugs. Die drei Soldaten gehörten einer Einheit an, die Material für Luftlandeübungen („Droppings“) vorbereitete und fertigstellte.

Flying Boxcar

Die Maschine – eine C 119, auch Flying Boxcar (Foto hierunter) genannt – sollte während eines Manövers belgische Truppen im Kreis Hofgeismar aus der Luft mit Nachschub versorgen. Der Absturz war der schwerste Unfall des Manövers, an dem deutsche, englische und belgische Soldaten beteiligt waren. Die Soldaten übten damals im nordhessisch-ostwestfälischen Raum.

Die C 119 Flying Boxcar, die in der Nacht zum 22. Oktober 1965 im Reinhardswald abstürzte, war auf dem britischen Militärflughafen in Gütersloh gestartet. Sie war mit einem weiteren Flugzeug gleichen Typs unterwegs, um belgische Panzereinheiten im Reinhardswald nachts mit Lebensmitteln und Benzin aus der Luft zu versorgen.

Kurz vor 3 Uhr, waren die Maschinen im Anflug. Die Soldaten machten mit Leuchtkugeln auf ihren Standort aufmerksam. Das erste Flugzeug setzte seine Ladung wie geplant ab, die an Fallschirmen zu Boden schwebten. Dann drehte sie ab.

Anwohner aus Hümme wurden beim Anflug des zweiten Transporters wach. Unmittelbar über ihrem Haus dröhnten Flugzeugmotoren. Die Bewohner hatten Sorge, die Maschine könne dort abstürzen. Möglicherweise stotterte eins der beiden Triebwerke.

Etwa acht Kilometer weiter war das Doppelrumpf-Flugzeug dann in den Wald gestürzt. Dabei hatte es eine 300 Meter lange Schneise in die Bäume geschlagen. Die Trümmer lagen im Wald zerstreut. Die mit Benzin beladene Maschine war beim Aufschlag explodiert, die acht Insassen waren sofort tot.

Belgische Sucheinheiten hatten den Wald durchkämmt, um die Opfer zu bergen. Dabei wurden sie von Hubschrauber-Besatzungen unterstützt, die aus der Luft nach den Toten suchten. Am Abend des Absturztages waren erst sieben Opfer gefunden worden.

Absturz auch bei Detmold

Die belgische Luftwaffe hatte damals innerhalb von zwei Jahren bei Flügen in Deutschland zwei C 119-Flugzeuge verloren. Am 26. Juni 1963 war die erste Maschine bei Detmold abgestürzt. Dabei kamen 38 Soldaten ums Leben. 

Dieses Flugzeug sollte die Fallschirmjäger bei einem Manöver im Raum Geseke (Kreis Soest) absetzen. Wegen schlechter Wetterbedingungen wurde der Absprung jedoch abgesagt. Die beteiligten Flugzeuge steuerten daraufhin den britischen Flughafen in Gütersloh an. Sie flogen über den Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn, wo eine britische Einheit Scharfschießen mit Mörsergranaten übte. Dort gab es Befehl, alle Schießübungen um 12 Uhr zu stoppen. Eine Gruppe hatte noch einige Granaten über und schoss sie kurz nach 12 Uhr ab. Eine davon traf die C 119 am Flügel und setzte dort den Treibstofftank in Brand.

Neun Soldaten konnten das brennende Flugzeug noch mit ihren Fallschirmen verlassen. 33 Fallschirmjäger und die fünfköpfige Besatzung starben, als die Maschine kurz darauf brennend bei Detmold abstürzte. (Quelle: hna.de)