Flämischer Taucher an der Rettungsaktion in Thailand beteiligt

In Thailand hat die Rettungsaktion für die zwölf in einer Höhle eingeschlossenen Jungen und ihren Fußballtrainer begonnen. Mit dabei ist der erfahrene flämische Höhlentaucher Ben Reymenants und sein Team. Im VRT-Radio erklärte er am Sonntagmorgen, was genau sein Beitrag sein wird. Bis vor wenigen Tagen arbeitete Reymenants noch selbst in der Höhle und er wird stündlich von seinem Team über der Verlauf der Rettungsaktion informiert.

Geleitet wird die Aktion von Provinz-Gouverneur Narongsak Osotthanakorn. Das Wetter und der Wasserstand seien gut, hieß es. Die Taucher seien bereit und auch die Jungen seien körperlich, seelisch und psychisch in der Lage, herauszukommen.

Bei der Operation soll jeder Junge von zwei Tauchern begleitet werden. Die Jungen sollen nach und nach herausgebracht werden.

"Bis zum Lager 3 sind es anderthalb Stunden Klettern und Tauchen“, so Ben Reymenants. „Danach beginnt die eigentliche Taucharbeit. Dann muss noch drei Stunden gegen den Strom geschwommen werden. Der Rückweg ist etwas einfacher, weil man dann die Strömung im Rücken hat. Von Lager 3 aus haben sie eine Seilbahn gebaut, um auch die 400 Sauerstoffflaschen hin und her zu ziehen. Das sollte die ganze Operation beschleunigen.“

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In der überfluteten Höhle eingeschlossen

Die Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr Fußballtrainer sind seit dem 23. Juni in einer überfluteten Höhle eingeschlossen. Sie sitzen an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren fest.

Sauerstoffmangel und schlechte Wetteraussichten haben den Druck auf die Retter erhöht. In den nächsten Tagen soll es wieder heftige Regenfälle geben.

Es ist beabsichtigt, die Jungen in 4er Gruppen mit je zwei Rettungskräften nach draußen zu bringen. Reymenants verrät, dass die Jungs tatsächlich tauchen müssen.

"Sie entschieden sich dafür, Gesichtsmasken zu benutzen. In Italien wurden Masken bestellt, die für Kinder geeignet sind. Normalerweise sind solche Masken recht groß, da sie für erwachsene Profitaucher hergestellt werden. Ich hoffe, dass sie den Kindern passen, die doch sehr abgemagert sind“. Dass diese Masken nicht dicht sein könnten, ist Reymenants größte Angst.

Stress

Zum Glück werden die Jungs nie richtig tief tauchen müssen, weiß er. Aber die Operation bleibt gefährlich. "Als ich anfing, war der tiefste Punkt 8 Meter. Bis vor drei Tagen waren das noch 5 Meter. Und jetzt besteht etwa ein Drittel der Höhle aus Luftblasen, in denen man an die Oberfläche schwimmen kann. Dort kann man atmen. So werden die Teilstücke, die getaucht werden müssen, immer kleiner. Es gibt ein paar Teilstücke, die sehr schmal, aber einen halben Meter hoch sind. Das wird stressig, um die Kinder da durch zu bekommen.“

Nach Angaben des flämischen Höhlentauchers regnet es inzwischen. "Ich hoffe, das macht nicht allles noch schwieriger“. Wenn es zu stark regnet, muss die Rettungsaktion sogar gestoppt werden.

"Dass es ein riskantes Unterfangen ist, ist eine Untertreibung. Aber wir haben keine Alternativen: 3 Monate in der Höhle sind keine Option. Sobald die Höhle geschlossen ist, ist kein Zugang mehr möglich, keine Kommunikation, kein frischer Sauerstoff“, so Reymenants.

Elon Musk

Unterdessen werden, so Reymenants, noch alternative Lösungen geprüft. Unter anderem in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des amerikanischen Tesla-Unternehmers und Milliardärs Elon Musk.

"Es wurde überlegt, eine kleine Kapsel herzustellen, sie mit Sauerstoff zu füllen und sie so aus der Höhle heraustreiben zu lassen. Ich habe hierüber mit Ingenieuren von Elon Musk telefoniert, die ihre Flüssigsauerstoff- oder Kraftstofftanks in eine Kapsel umfunktionieren würden, die durch eine solche Verengung passen würde. Natürlich ist es nicht einfach, so etwas durch ein solches Labyrinth zu navigieren. Das ist also nicht die naheliegendste Lösung. Aber es ist immer noch besser als 3 bis 4 Monate Überwinterung in der schlammigen Höhle.“

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