WM-Halbfinale: Reisen König Philippe und Premier Michel nach Sankt Petersburg?

Belgiens Regierungschef Charles Michel und Staatsoberhaupt König Philippe werden es sich vermutlich nicht nehmen lassen, am Dienstag mit eigenen Augen die „Roten Teufel“ gegen die französische Nationalmannschaft siegen zu sehen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte an, aus diesem Anlass nach Russland zu reisen. 

Trotz NATO-Gipfel, der am Mittwoch und Donnerstag in Brüssel stattfindet, wird Premier Michel wohl nach Sankt Petersburg fliegen. Sein Sprecher Frédéric Cauderlier hatte am Samstagnachmittag zwar noch darauf hingewiesen, dass die Frage einer möglichen Anwesenheit des belgischen Regierungschefs in Sankt Petersburg "offen" sei, aber angesichts des "ziemlich komplizierten Terminkalenders" der kommenden Woche sei noch nichts definitiv entschieden. Im Klartext: Premier Michel wird wohl alles dran setzten, um sich am Dienstag einige Stunden Richtung Russland zu entschuldigen.

Auch König Philip plant anscheinend, zum historischen Halbfinale der „Roten Teufel“ gegen Frankreich nach Russland zu reisen. Das war am Wochenende aus gut informierten Kreisen zu erfahren. Bestätigt wurde diese Information vom Königspalast aber noch nicht.

Vor dem Halbfinale: Was auch geschieht, wir bleiben Freunde

Vor dem WM-Halbfinale zwischen Belgien und Frankreich haben die beiden Premierminister die enge Beziehung ihrer Länder betont.

Belgien sei „mehr als ein Nachbar, sogar etwas mehr als ein Freund“, sagte der französische Regierungschef Édouard Philippe der französischen Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“. „Wir haben mehr als eine Grenze gemeinsam: eine Geschichte, eine Kultur.“

Sein belgischer Amtskollege Charles Michel sagte dem Blatt, die Beziehung sei „sehr tief und sehr natürlich“. Im Hinblick auf wechselseitige Klischees sagte Michel: „Ich glaube, dass wir eigentlich auf beiden Seiten unserer gemeinsamen Grenze gut mit Frotzelei, Spott und Humor umgehen können. Wir finden die Franzosen oft anmaßend, und die Franzosen habe eine Tendenz, uns lächerlich zu machen, vor allem wegen unseres Akzents“, sagte der Premier. „Aber Selbstironie ist auch eine geteilte Qualität, denn wir wissen: Was sich liebt, das neckt sich.“

„Le Journal du Dimanche“ illustrierte die Titelseite ihrer Sonntagsausgabe übrigens mit einer Zeichnung aus „Asterix bei den Belgiern“, auf der zwei Häuptlinge der Gallier und der Belgier sich streiten, wer nun das mutigste Volk ist. (Quelle: belga, afp)