imago stock&people

Starke Suchmaschine soll Terrorgefahren über das soziale Netz aufspüren

Den Geheimdiensten in Belgien wird schon bald eine starke Suchmaschine zur Kontrolle sozialer Medien zur Verfügung gestellt. Die Suchmaschine soll die sozialen Medien auf Terror- und Radikalisierungsgefahren hin durchsuchen. Das schreibt die Zeitung De Standaard.

Das Softwareprogramm kann zielgerichtet unter anderem Facebook, Instagram und Twitter auf wichtige Informationen hin durchsuchen und die Informationen herausfiltern. Das Programm könne zum Beispiel schnell herausfinden, ob sich jemand zu einem Attentat bekennt, erklärt Ingrid Van Daele, Sprecherin des Geheimdienstes. "Im Prinzip erledigt das System genau dasselbe, was unsere Mitarbeiter manuell machen. (…) Jetzt funktioniert das auch automatisch und in großem Umfang", so Van Daele.

Das System kostet rund 20 Millionen Euro. Zwei  Jahre hat Belgien darauf gewartet.

Die Terroruntersuchungen der letzten Jahre haben immer wieder gezeigt, dass die sozialen Medien eine große Rolle bei der Radikalisierung einzelner Personen spielen. Eine Untersuchung der Universität von Gent und Louvain-la-Neuve aus dem Jahr 2014 ergab, dass Webseiten wie Facebook als Propagandakanal missbraucht werden. Ferner benutzten Extremisten die Onlinekanäle, um miteinander zu kommunizieren.

Jetzt geht bei uns unter anderem direkt eine Meldung ein, sobald ein bestimmtes Thema in den sozialen Medien immer wieder auftaucht, betont Van Daele weiter.

Außer dem Geheimdienst kann auch der militärische Abschirmdienst und die Bundespolizei die Suchmaschine einsetzen. Um welche Maschine es sich genau handelt, dürfen die Geheimdienste nicht sagen. Laut Information der Zeitung De Standaard soll sie aus den Niederlanden stammen. Der Ankauf wurde bereits im August 2016 bewilligt - einige Monate nach den Anschlägen auf dem Flughafen von Zaventem und in der U-Bahnhaltestelle Maalbeek.