Fußballfieber: verrückt, verrückter, am verrücktesten

Die belgischen Fans sind bereit: Das Spiel gegen Frankreich kann beginnen. Eine Tätowierung mit den Ergebnissen der Roten Teufel, ein deutschsprachiger Abgeordneter, der am heutigen Dienstag im Teufel-Outfit im Europäischen Parlament sitzt, Hauswände, die in den belgischen Nationalfarben gestrichen wurden, sind nur einige Beispiele für die Unterstützung, die die belgische Nationalmannschaft für das Halbfinale in der Öffentlichkeit hierzulande hat.

Patrick Eggermont aus Nieuwenhove bei Waregem steht zum Beispiel voll und ganz hinter den Teufeln. Eine Fahne heraushängen? Das wäre wohl zu einfach gewesen. Er läßt seine Hauswand einfach in den belgischen Farben erstrahlen. Frisch gestrichen: Die Trikolore. Gleichzeitig ist das natürlich auch eine gute Werbung für sein Geschäft: Er ist Maler.

Manchen reicht aber auch schon die Fan-Meile oder ein großer Bildschirm fürs Public Viewing aus. Die Genter werden sich in ihrer Stadt zum Beispiel die Roten Teufel auf einem Riesenbildschirm auf dem Sankt Petersplatz ansehen. Dass das möglich ist, haben sie der isländischen Sängerin Björk zu verdanken. Diese tritt nämlich einen Tag später dort auf. Die Stadt richtet ein kostenloses Fußballfest aus. Überall im Land stehen übrigens Großbildschirme fürs Public Viewing.

Wem das nicht ausreicht und wer doch noch eigens und „last minute“ zum Spiel fliegen wollte, musste teilweise ganz schön tief in die Tasche greifen. Wucherpreise von bis zu 15.864 Euro wurden fürs Ticket verlangt. Eintrittskarten zu Wucherpreisen verkaufen, ist eigentlich verboten in Belgien. Viele Fans hätten also besser direkt über die FIFA-Webseite ein Ticket gekauft. Doch aufgepasst, um zum Spiel zu kommen, wird es schwierig, denn die Flüge nach Sankt Petersburg sind so gut wie ausgebucht.

Auch vor Ort haben die Teufel breite Unterstützung