Wahrscheinlich kein zweiter FKK-Strand an der flämischen Küste

Geplant war der Nacktstrand im Küstenort Westende, aber es stellte sich heraus, dass auf dem Gelände die Haubenlerche brütet. Das ist ein seltener und geschützter Vogel, der den Menschen scheut. Sein Bestand in Westeuropa ist hochgradig gefährdet. Das flämische Umweltamt „Natur und Wald“ ist daher der Meinung, dass ein FKK-Strand an dieser Stelle keine gute Idee sei. 

Seit 2000 gibt es an Flanderns Küste einen FKK-Strand. Der wurde in Bredene nach einen langen Kontroverse eingerichtet. Mittlerweile ist der Strand aber so beliebt, dass der belgische Freikörperkultur-Verband einen zweiten FKK-Strand wünscht. In Westende schien es einen geeigneten Ort für einen solchen Strand zu geben, da es dort keine Wohnanlagen und keinen Deich mit Blick auf den Strand gibt. Das flämische Umweltamt entschied jetzt anders.   

Ein Vogel unter Naturschutz

In den Dünen am Strand brütet ein seltener Vogel, der in Flandern nur an bestimmten Orten an der Küste vorkommt. Es handelt sich um die Haubenlerche (Foto), einen Vogel, der seine Nester auf dem Boden baut und daher sehr gefährdet ist. Das Umweltamt hat deshalb entschieden, dass ein FKK-Strand in Westende keine gute Idee sei, da ein solcher Strand "Randaktivitäten" mit sich bringe, die das Tier bedrohen.

Griet Buyse, Sprecherin des Umweltamtes, ist sich über diese "Randaktivitäten" im Klaren. „In Bredene musste die Polizei immer wieder beobachten, dass sich Menschen wegen sexueller Kontakte in die Dünen zurückziehen. Die Dünen an unserer Küste sind durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt, da dort einzigartige Tier- und Pflanzenarten leben. Das ist auch in Wenduine der Fall. Die Haubenlerche ist nicht die einzige vom Aussterben bedrohte Art. Für all dies Arten ist es besser, dass es dort so wenig menschliche Aktivität wie möglich gibt. Deshalb haben wir eine negative Empfehlung für den Nacktstrand gegeben.“

FKK-Verband reagiert enttäuscht

Koen Meulemans, Vorsitzender des belgischen FKK-Verbandes, reagierte enttäuscht. "Naturisten, die am Strand liegen, respektieren die Umwelt und ihre Mitmenschen. Wir zerstören nichts und räumen alles auf. Sie sollten also keine Belästigung von uns erwarten.

Wenn es nur Naturisten in den Dünen gäbe, würde sich kein Vogel bedroht fühlen.

Meulemans bestreitet nicht, dass es in den Dünen von Bredene "Probleme" gibt. „FKK-Strände üben eine gewisse Anziehungskraft auf Menschen mit falschen Absichten aus und dessen sind wir uns bewusst. Die Menschen, die es in den Dünen treiben, sind keine Naturisten, sondern Menschen, die das scheinbar genießen. Wir sind die ersten, die sich für eine Nulltoleranz für ein solches Verhalten einsetzen. Wenn es nur Naturisten in den Dünen gäbe, würde sich kein Vogel bedroht fühlen.“